Informationsblatt der Blauen Gebetsoase
in Sievernich
Geistlicher Impuls
Die schönen Festtage von Weihnachten sind
vorbei, auch die letzten Reste der Silvesterknaller
sind auf den Straßen weggekehrt und
das neue Jahr ist schon einige Tage alt. So ist
es gut, mit dem neuen Jahr, mit der Rückkehr
in den ganz normalen Alltag, sich geistlich der
Fundamente unseres Lebens neu bewusst zu
werden. Es geht darum, auf das zu schauen,
was unser Leben trägt, was die Fundamente
sind, auf die wir bauen können. Auch wenn
alles manchmal absolut chaotisch, undurchsichtig
und unklar erscheint in unserem Leben;
drei Aspekte sind – neben vielen anderen - zu
nennen, die, wenn wir sie neu mit Verstand und
Herz in den Blick nehmen, uns neues Vertrauen
in das Leben, in Gott und in die Zukunft
schenken können.
1. Worte aus der Heiligen Schrift
Was unser geistliches Leben auf Dauer nährt
sind immer wieder Texte oder einzelne Schriftworte
aus der Heiligen Schrift. Der Mensch lebt
nicht vom Brot allein, so sagt es Jesus selbst,
sondern von jedem Wort, das aus dem Mund
Gottes kommt (vgl. Mt 4,4). Eine Einladung,
ganz konkret zu sehen, wie kraftvoll das Wort
Gottes sein kann, könnte der Umgang mit
folgendem Wort sein: „Ich habe dich bei deinem
Namen gerufen“ (Jes 43,1). Wenn ich dieses
Wort auswendig immer wieder über den
Tag verteilt still sage und bete, mir wirklich klar
mache, dass Gott, mein Schöpfer, so zu mir
spricht, dann erfahre ich, dass ich getragen
werde.
Unsere unauslöschliche Würde als Mensch
kann uns nichts und niemand nehmen. Alles
Leben ist von seinem Ursprung her göttlich,
d.h. auf Ewigkeit hin geschaffen; und wenn
Gott, der Ewige, uns bei unseren Namen ruft,
dann sind wir auf ewig in seine Hand und in
sein Herz eingeschrieben.
Leider gibt es immer wieder viele Stimme, die
uns das ausreden wollen, oder auch Schicksalsschläge
und andere Negativerfahrungen
können Zweifel an dieser Grundzusage Gottes
entstehen lassen.
Und dennoch, machen wir uns das immer wieder
neu bewusst: in jedem Menschengesicht
strahlt das Antlitz Gottes auf! Wir sind deswegen
so wertvoll, weil wir Gottes Abbild sind.
Jeder von uns ist kostbar und einmalig; und: ich
bin Sohn oder Tochter des himmlischen Vaters.
2. Taufe und Firmung:
das verborgene Leben in Christus
Wenn wir weiter fragen, was noch wichtige
Fundamente unseres Lebens sind, dann können
wir hier auch die beiden Sakramente Taufe
und Firmung nennen, die die meisten von uns
sicherlich empfangen haben. Zur Taufe folgendes:
damals bei unserer Taufe hat der Priester
gesagt: „N., ich taufe dich im Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.
Was bedeutet dies anderes, als dass wir Anteil
haben am Leben des dreifaltigen Gottes! In
Christus sind wir (s.o.) Söhne und Töchter des
himmlischen Vaters geworden! Man kann dies
nicht oft genug wiederholen und tun wir das
besonders auch dann, wenn der Alltag uns allzu
schwer und grau erscheint Ja, wir sind richtig
hineingenommen in das Leben Gottes
selbst! Gott wollte nicht nur für sich bleiben. In
Christus sind wir als seine geliebten Töchter
und Söhne angenommen. Was für ein herrliches
und großartiges Lebensfundament!
Zugleich ist dieses Fundament aber auch eine
große Berufung! Durch die Taufe werden wir in
Christus eingegliedert und in seinen mystischen
Leib, die Kirche!
Über die Firmung sagt das Kompendium des
Weltkatechismus folgendes (Nr. 268): „Sie verwurzelt
tief in der Gotteskindschaft; sie vereint
fester mit Christus und mit seiner Kirche.“ Erinnern
wir uns auch hier einmal an das, was der
Bischof uns bei der Firmung gesagt hat: „N., sei
besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen
Geist.“ Mit der Firmung wurde unserer Seele
ein „unauslöschlicher Charakter“ eingeprägt;
wir wurden regelrecht „versiegelt“ mit der Gabe
der Gotteskindschaft und - zugehörigkeit. Und
so haben wir Anteil an Christi Würde als Priester,
Prophet und König! Auch die Firmung ist
ein Fundament, an das wir uns stets erinnern
sollten. Eigentlich sollten wir als Christen innerlich
mit erhobenem Haupt durch die Welt und
das Leben gehen und Kraft aus diesen beiden
Gnadengaben schöpfen.
3. Das „Stehen“
Der dritte Aspekt, der direkt mit unserem Alltag
zu tun hat, ist eine fast zu banal erscheinende,
aber doch wichtige Grundbegebenheit und Fähigkeit:
und zwar die Tatsache, dass wir stehen
können und dass wir das – Gott sei gelobt! –
auch, wenn wir gesund sind, dies auch jeden
Tag ganz oft tun. „Stehen“: wir wissen alle,
dass uns das von den Tieren unterscheidet;
auch von den sogenannten hominiden Affenarten,
von denen wir ja abstammen. Dass der
Mensch erhobenen Hauptes stehen kann, das
markiert in der Evolution eine einzigartige
Wende und deutet so auch auf die einzigartige
Stellung des Menschen im Kosmos hin. Wir
sagen es nochmals neu: es deutet hin auf
unsere hohe Würde als Abbild des Schöpfers!
Und dann fällt uns auch der Satz aus der Liturgie
ein, wo es im 2. Hochgebet heißt: „Wir danken
dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu
stehen und dir zu dienen!“ Durch das Stehen in
der Liturgie erweisen wir Gott die Ehre; Stehen
ist etwas sehr Feierliches! Die Einladung an
uns ist nun die: achten wir an diesem Tag,
morgen und auch die nächsten Tage einmal
ganz bewusst darauf, wie wir stehen, und auch
wie wir morgens „auf-stehen“ und denken wir
dann auch ganz konkret in unserem Alltag an
diesen Satz aus der Liturgie: „vor dir zu stehen
und dir zu dienen!“ Wenn wir uns unserer
hohen Würde als von Gott beim Namen Gerufene,
als Getaufte und Gefirmte neu bewusst
werden, dann werden wir auch ganz anders
„da- stehen“ im Leben und auch von diesem
Fundament her den richtigen „Standpunkt“ zu
vielem in unserem Leben finden.
Vor dem Hintergrund der oben aufgeführten
Gedanken, was für unser Leben wichtige Fundamente
und geistliche Anregungen sein können,
können wir auch folgende Botschaften an
M. Strack neu und tiefer verstehen, in denen es
heißt im Blick auf alle Sakramente der Kirche:
„Die Welt lässt euch glauben, die Sakramente
der Kirche und die Kirche seien nutzlos
und ohne Wirkung. Dies ist unwahr. Lasst
euch nicht verwirren… Die Sakramente sind
in meinem göttlichen Sohn und besitzen
Seine göttliche Heilskraft. Sie machen euch
eins, sie machen euch heil im Vater.“ (Botschaft
vom 02.07.2001) Und weiter heißt es ein
anderes Mal: „Lebt in den Sakramenten, sie
heilen euch. Nehmt meine Worte ernst. Lebt
in den Sakramenten.“ (Botschaft vom
15.04.2002) Maria, die Mutter des Erlösers, die
Mutter der Kirche und unsere Mutter sei uns
auch im neuen Jahr eine mächtige Fürsprecherin
und Beschützerin und möge uns helfen,
Christus, ihrem Sohn immer treuer nachzufolgen.
Das Tagesgebet des vergangenen „Hochfestes
der Gottesmutter Maria“ (1. Januar) kann
eine Hilfe sein, immer tiefer das Geheimnis der
Menschwerdung Gottes zu erahnen:
„Barmherziger Gott, durch die Geburt deines
Sohnes aus der Jungfrau Maria hast du
der Menschheit das ewige Heil geschenkt.
Lass uns auch im neuen Jahr immer und
überall die Fürbitte der gnadenvollen Mutter
erfahren, die uns den Urheber des Lebens
geboren hat, Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn und Gott, der in der Einheit
des Heiligen Geistes mit dir lebt und
herrscht in alle Ewigkeit. Amen.“