Informationsblatt der Blauen Gebetsoase

in Sievernich

 Januar 2010

 

Geistlicher Impuls

Die schönen Festtage von Weihnachten sind vorbei, auch die letzten Reste der Silvesterknaller sind auf den Straßen weggekehrt und das neue Jahr ist schon einige Tage alt. So ist es gut, mit dem neuen Jahr, mit der Rückkehr in den ganz normalen Alltag, sich geistlich der Fundamente unseres Lebens neu bewusst zu werden. Es geht darum, auf das zu schauen, was unser Leben trägt, was die Fundamente sind, auf die wir bauen können. Auch wenn alles manchmal absolut chaotisch, undurchsichtig und unklar erscheint in unserem Leben; drei Aspekte sind – neben vielen anderen - zu nennen, die, wenn wir sie neu mit Verstand und Herz in den Blick nehmen, uns neues Vertrauen in das Leben, in Gott und in die Zukunft schenken können.

1. Worte aus der Heiligen Schrift

Was unser geistliches Leben auf Dauer nährt sind immer wieder Texte oder einzelne Schriftworte aus der Heiligen Schrift. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, so sagt es Jesus selbst, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt (vgl. Mt 4,4). Eine Einladung, ganz konkret zu sehen, wie kraftvoll das Wort Gottes sein kann, könnte der Umgang mit folgendem Wort sein: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“ (Jes 43,1). Wenn ich dieses Wort auswendig immer wieder über den Tag verteilt still sage und bete, mir wirklich klar mache, dass Gott, mein Schöpfer, so zu mir spricht, dann erfahre ich, dass ich getragen werde.
Unsere unauslöschliche Würde als Mensch kann uns nichts und niemand nehmen. Alles Leben ist von seinem Ursprung her göttlich, d.h. auf Ewigkeit hin geschaffen; und wenn Gott, der Ewige, uns bei unseren Namen ruft, dann sind wir auf ewig in seine Hand und in sein Herz eingeschrieben.
Leider gibt es immer wieder viele Stimme, die uns das ausreden wollen, oder auch Schicksalsschläge und andere Negativerfahrungen können Zweifel an dieser Grundzusage Gottes entstehen lassen.
Und dennoch, machen wir uns das immer wieder neu bewusst: in jedem Menschengesicht strahlt das Antlitz Gottes auf! Wir sind deswegen so wertvoll, weil wir Gottes Abbild sind. Jeder von uns ist kostbar und einmalig; und: ich bin Sohn oder Tochter des himmlischen Vaters.

2. Taufe und Firmung:

das verborgene Leben in Christus Wenn wir weiter fragen, was noch wichtige Fundamente unseres Lebens sind, dann können wir hier auch die beiden Sakramente Taufe und Firmung nennen, die die meisten von uns sicherlich empfangen haben. Zur Taufe folgendes: damals bei unserer Taufe hat der Priester gesagt: „N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Was bedeutet dies anderes, als dass wir Anteil haben am Leben des dreifaltigen Gottes! In Christus sind wir (s.o.) Söhne und Töchter des himmlischen Vaters geworden! Man kann dies nicht oft genug wiederholen und tun wir das besonders auch dann, wenn der Alltag uns allzu schwer und grau erscheint Ja, wir sind richtig hineingenommen in das Leben Gottes selbst! Gott wollte nicht nur für sich bleiben. In Christus sind wir als seine geliebten Töchter und Söhne angenommen. Was für ein herrliches und großartiges Lebensfundament! Zugleich ist dieses Fundament aber auch eine große Berufung! Durch die Taufe werden wir in Christus eingegliedert und in seinen mystischen Leib, die Kirche!

Über die Firmung sagt das Kompendium des Weltkatechismus folgendes (Nr. 268): „Sie verwurzelt tief in der Gotteskindschaft; sie vereint fester mit Christus und mit seiner Kirche.“ Erinnern wir uns auch hier einmal an das, was der Bischof uns bei der Firmung gesagt hat: „N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Mit der Firmung wurde unserer Seele ein „unauslöschlicher Charakter“ eingeprägt; wir wurden regelrecht „versiegelt“ mit der Gabe der Gotteskindschaft und - zugehörigkeit. Und so haben wir Anteil an Christi Würde als Priester, Prophet und König! Auch die Firmung ist ein Fundament, an das wir uns stets erinnern sollten. Eigentlich sollten wir als Christen innerlich mit erhobenem Haupt durch die Welt und das Leben gehen und Kraft aus diesen beiden Gnadengaben schöpfen.

3. Das „Stehen“

Der dritte Aspekt, der direkt mit unserem Alltag zu tun hat, ist eine fast zu banal erscheinende, aber doch wichtige Grundbegebenheit und Fähigkeit: und zwar die Tatsache, dass wir stehen können und dass wir das – Gott sei gelobt! – auch, wenn wir gesund sind, dies auch jeden Tag ganz oft tun. „Stehen“: wir wissen alle, dass uns das von den Tieren unterscheidet; auch von den sogenannten hominiden Affenarten, von denen wir ja abstammen. Dass der Mensch erhobenen Hauptes stehen kann, das markiert in der Evolution eine einzigartige Wende und deutet so auch auf die einzigartige Stellung des Menschen im Kosmos hin. Wir sagen es nochmals neu: es deutet hin auf unsere hohe Würde als Abbild des Schöpfers! Und dann fällt uns auch der Satz aus der Liturgie ein, wo es im 2. Hochgebet heißt: „Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen!“ Durch das Stehen in der Liturgie erweisen wir Gott die Ehre; Stehen ist etwas sehr Feierliches! Die Einladung an uns ist nun die: achten wir an diesem Tag, morgen und auch die nächsten Tage einmal ganz bewusst darauf, wie wir stehen, und auch wie wir morgens „auf-stehen“ und denken wir dann auch ganz konkret in unserem Alltag an diesen Satz aus der Liturgie: „vor dir zu stehen und dir zu dienen!“ Wenn wir uns unserer hohen Würde als von Gott beim Namen Gerufene, als Getaufte und Gefirmte neu bewusst werden, dann werden wir auch ganz anders „da- stehen“ im Leben und auch von diesem Fundament her den richtigen „Standpunkt“ zu vielem in unserem Leben finden.

Vor dem Hintergrund der oben aufgeführten Gedanken, was für unser Leben wichtige Fundamente und geistliche Anregungen sein können, können wir auch folgende Botschaften an M. Strack neu und tiefer verstehen, in denen es heißt im Blick auf alle Sakramente der Kirche: „Die Welt lässt euch glauben, die Sakramente der Kirche und die Kirche seien nutzlos und ohne Wirkung. Dies ist unwahr. Lasst euch nicht verwirren… Die Sakramente sind in meinem göttlichen Sohn und besitzen Seine göttliche Heilskraft. Sie machen euch eins, sie machen euch heil im Vater.“ (Botschaft vom 02.07.2001) Und weiter heißt es ein anderes Mal: „Lebt in den Sakramenten, sie heilen euch. Nehmt meine Worte ernst. Lebt in den Sakramenten.“ (Botschaft vom 15.04.2002) Maria, die Mutter des Erlösers, die Mutter der Kirche und unsere Mutter sei uns auch im neuen Jahr eine mächtige Fürsprecherin und Beschützerin und möge uns helfen, Christus, ihrem Sohn immer treuer nachzufolgen. Das Tagesgebet des vergangenen „Hochfestes der Gottesmutter Maria“ (1. Januar) kann eine Hilfe sein, immer tiefer das Geheimnis der Menschwerdung Gottes zu erahnen:

„Barmherziger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt. Lass uns auch im neuen Jahr immer und überall die Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren, die uns den Urheber des Lebens geboren hat, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.“