Informationsblatt der
Blauen Gebetsoase

in Sievernich

 

März 2005

 

Aus dem Fastenhirtenbrief 2005

von Joachim Kardinal Meisner

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1. Viele große Theologen, die für die Kirche zu geistlichen Lehrern wurden, werden nicht müde zu betonen, dass dem Menschen von Natur aus das Verlangen gegeben ist, Gott anzubeten. Wenn aber der Mensch Gott nicht kennen gelernt hat, dann beginnt er, sich selbst anzubeten. Das ist heute ein leider weit verbreiteter Götzendienst, der den Menschen zugleich unglücklich macht. ... Wenn Gott schwindet, wird es unheimlich. Die Sonne geht unter und eine innere Finsternis und Kälte breitet sich aus.

2. Die Beziehung zu Gott gehört wesentlich zu unserem Menschsein dazu. „Der Mensch übersteigt den Menschen unendlich“, sagt Blaise Pascal. Er spürt den inneren Drang, über sich selbst hinaus zu wachsen und auf einen anderen zuzugehen, der unermesslich größer ist als er selbst. Was damit gemeint ist, trifft die Formulierung des hl. Augustinus am besten: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir“. Auch die moderne Kultur erkennt die Wahrheit von der Größe des Menschseins an, obwohl sie oft genug die Existenz Gottes formell leugnet. Diese für die menschliche Person grundlegende Sehnsucht zeigt und unterstreicht eine Frage, die sich nicht verbergen lässt, weil sie aus dem menschlichen Herzen selbst kommt, nämlich die Frage: Wo und wie finden wir jenen höchsten Anderen, der immer der Größere ist? Das ist die eigentliche Frage, auf die es ankommt! In dieser Sicht können wir den Sinn der Anbetung für den Menschen begreifen.

Beten bedeutet, mit Gott zusammen zu sein, sich mit ihm zu vereinigen. Wer im Gebet mit Gott redet, setzt sich den Maßstäben Gottes aus, und die sind immer größer als wir selbst, sodass uns das Gebet über uns selbst hinaus trägt. Beten ist darum immer aufregend, beten verändert uns zum Positiven. Daher ist es töricht zu sagen, wir sollten lieber die Welt verändern, statt zu beten. Wir können nur dann die Welt positiv verändern, wenn wir Menschen uns zuvor positiv verändert haben. Und dazu ist das Gebet unerlässlich.

Denn im Gebet halten wir uns dem lebendigen Gott hin, um uns von ihm verändern zu lassen. Gott ist unendlich größer als wir selbst und gleichzeitig ein liebendes „Du“, das sich mir zuneigt und mich mit all meinen Sorgen und Erwartungen trägt. Daher kann er mich nicht gleichgültig lassen. Er provoziert gleichsam die Bewunderung in meinem eigenen Herzen, und diese Bewunderung im eigenen Herzen ist nichts anderes als Anbetung, das staunende Verweilen vor der Größe Gottes.

3. Der heilige Pierre-Julien Eymard, Stifter der Kongregation vom Allerheiligsten Sakrament, sagte den bemerkenswerten Satz: „Unser Jahrhundert ist krank, weil man die Anbetung nicht mehr pflegt“. Um ein wahrhaft menschliches Leben zu führen, d.h. ein Leben im Einklang damit, dass wir als Geschöpfe von einem anderen abhängig sind, der stets der Größere ist, bedarf es unbedingt der Anbetung. Unsere Zeit muss mehr denn je eine Zeit der Anbetung Gottes werden, denn die Verhältnisse in Politik und Ökonomie sind uns global weit über den Kopf gewachsen. Gerade auf dem Gipfel seiner Macht ist der Mensch so ohnmächtig geworden. Wirklich wissende Menschen spüren ihre Grenzen. Und so ist und bleibt der Mensch immer einer, der über sich hinausgreifen muss. Und das geschieht im Gebet. Das erfüllt den Menschen mit Ehrfurcht, Vertrauen und Gelassenheit. Dabei wird die Anbetung zur höchsten Form des Betens. Sie hat ihren Grund in der faszinierenden Herrlichkeit Gottes. Wo Gott naht, dort wird der Mensch erhoben. Gottes Gegenwart erdrückt nicht, sondern sie erhöht die Niedrigen. Jeder, der zu ihm in der Anbetung „Du“ sagen darf, muss bekennen: „Denn der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,48). „Dass du mich liebst, macht mich mir wert“ (Friedrich Rückert). ...

4. Einen besonderen Akzent erhält die Anbetung vor der heiligsten Eucharistie. Wie nirgendwo sonst verwirklicht sich hier der Sinn der Anbetung: Ich erkenne vor mir das Geheimnis, das mich umgibt. Ich beuge meine Knie vor der heiligen Hostie, die das ganze Geheimnis Christi in sich birgt und zu meinem Geheimnis werden lässt. Vor dem Herrn in der hl. Eucharistie können wir sagen: „Du bist der, der du bist – und ich habe das Privileg zu leben, um das zu erkennen. O Christus, das ist es, was du gemacht hast: In einer Brotkrume ist das ganze Mysterium enthalten“. Der bereits zitierte hl. Pierre-Julien hat sein ganzes Leben damit verbracht, die unendlichen Schätze in der Eucharistie immer tiefer zu entdecken. Durch die Anbetung Jesu in der Eucharistie werden wir immer mehr zu dem, was wir sind. Und nur in der Anbetung finden wir die Kraft zu lieben.

Mutter Teresa von Kalkutta sagt dazu: „Wenn ich auf das Allerheiligste blicke, denke ich an die Armen. Und wenn ich die Armen sehe, denke ich an das Allerheiligste“. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sich die meisten Probleme, die uns heute bedrängen, lösen lassen, wenn es uns gelingt, durch die Anbetung des Allerheiligsten wieder eine eucharistische Kultur in unseren Pfarrgemeinden zu beheimaten. Der hl. Pfarrer von Ars hat uns das vorgemacht: Eine völlig verwahrloste Pfarrei hat er durch die tägliche Anbetung des eucharistischen Herrn als des eigentlichen Hirten seiner Gemeinde buchstäblich wieder in Form gebracht – in die „Forma Christi“. ...

Aus dem Fastenhirtenbrief 2005

von Bischof Mussinghoff

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Das Zweite Vatikanische Konzil hat mit treffenden Worten die überragende Bedeutung der Eucharistie herausgestellt. Die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens (Lumen Gentium 11), sie ist Darstellung und Verwirklichung der Einheit der Gläubigen (LG 3), sie ist Gemeinschaft mit Christus und untereinander (LG 7, 11, 26), sie ist Mitte und Höhepunkt des Lebens der Pfarrgemeinde (Christus Dominus 30) und der Kirche (LG 26), sie ist Quelle und Höhepunkt aller Evangelisation (Presbyterorum Ordinis 5); aus ihr lebt und wächst die Kirche (LG 11).

Jesus Christus hat sich mit seinem letzten Abendmahl von seinen Jüngern in dieser Welt verabschiedet und seine bleibende Gegenwart in besonderer Weise mit dem eucharistischen Mahl verbunden. In diesem Mahl feiern wir Gott, der uns kraft des Heiligen Geistes seinen Sohn schenkt in den Gaben von Brot und Wein, gewandelt in sein Fleisch und Blut. Es ist der gekreuzigte und auferstandene Herr selbst, der gegenwärtig wird in seiner Hingabe an den himmlischen Vater, die am Kreuz ihre höchste Vollendung in dieser Welt gefunden hat. In diese Hingabe nimmt Christus die Gläubigen hinein und so in die innerste und tiefste Bewegung zum Leben überhaupt, im Geist Gottes zu Gott selbst, zum Vater im Himmel.

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Hingabe an den heiligen Josef

Heiliger Josef, dir schenke ich mich ganz. Sei du mir Vater und Beschützer, mein Führer auf dem Weg zum ewigen Heil. Erlange mir eine große Reinheit des Herzens und eine tiefe Sehnsucht zum innerlichen Leben. Hilf mir, deinem Beispiel zu folgen und gib, daß ich alle meine Werke zur größeren Ehre Gottes verrichte, damit ich so wie du immer mit dem göttlichen Herzen Jesu und dem unbefleckten Herzen Mariens vereint bleibe.

Bitte auch für mich um jenen Frieden und die Freude, die du bei deinem seligen Hinscheiden erfahren durftest. Amen.  Leo XIII.

Er wird uns durch seine Fürbitte zu großem Fortschritt in allen Tugenden verhelfen, wenn wir nur Vertrauen zu ihm haben, ‑ vor allem aber in jenen Tugenden, die er in so hohem Grad besaß: in der Reinheit des Leibes und der Seele, in der Demut, Standhaftigkeit und Ausdauer im Guten.

hl. Franz v. Sales

 

Bitte nicht vergessen:

Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit
nach der hl. Schwester Faustine

Von Karfreitag, 25. März 2 bis zum 005 bis zum 2. April, dem Tag vor dem Barmherzigkeitssonntag

 

Nächstes Gebetstreffen in Sievernich:

Montag, 4. April 2005, 15:30 bis 20 Uhr

Öffnung der Kirche St. Johannes Baptist in Sievernich:

täglich von 10 bis 18 Uhr (im Winter bis 17 Uhr)

An jedem Montag und Mittwoch um 17.30 Uhr Rosenkranz

 

Der jährliche Gebetsweg von
Düren-Gürzenich nach Sievernich

Am 21. März 2005, am Montag der Karwoche, findet wieder der jährliche Gebetsweg von Düren nach Sievernich statt.

Busabfahrt in Sievernich um 8:45 Uhr.

Anmeldungen für die Busfahrt (von Siev. nach Gürz.) bei: Anneliese Mroncz, Stolberg,                                 Tel. 02402/25825

Willi Offermann, Zülpich,      Tel. 02252/950127

Jochen Hils, Sievernich,       Tel. 02252/3484

Die Kosten für die Busmitfahrt werden ca. 10 Euro pro Person betragen. Jugendliche kostenfrei.

Nach dem Gebetsweg (gegen 18:45 Uhr) ist in der Sievernicher Kirche der Abschlussgottesdienst.