Informationsblatt der
Blauen Gebetsoase
in Sievernich
Geistliches Zentrum in Sievernich
Jesus sprach am 19.05.2003: „... Dieser Ort ist Mir und Meiner Mutter vorbehalten. Ich will, dass Menschen an diesem Ort ein Zentrum errichten, welches der Kirche, Meinem Leib, und somit Mir dient....“
Schon seit zwei Jahren suchen wir nach Möglichkeiten, dieses Geistliche Zentrum zu verwirklichen, sind auf diesem Wege aber nicht wirklich weitergekommen. Daher wurde jetzt ein Förderverein gegründet, der es uns erlaubt, Spenden entgegenzunehmen und Spendenbescheinigungen auszustellen. Der Name des Vereins lautet:
Förderverein KGZ Sievernich
Katholisches Geistliches Zentrum Sievernich,
nach Eintrag in das Vereinsregister mit dem Zusatz "e.V.". Der Sitz ist in 53909 Zülpich, Schafsacker 7.
Spendenkonto:
Förderverein KGZ Sievernich • Pax-Bank Köln • BLZ 37060193 • Konto-Nr. 31853010
Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, geben Sie bitte das Stichwort „Spendenquittung“ und Ihre vollständige Adresse an.
Wir bitten die Sievernicher um Verständnis, dass sie nicht vorab über die Gründung des Fördervereins informiert werden konnten. Wir haben Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand frühzeitig um einen baldigen Gesprächstermin gebeten, leider aber noch keine Antwort erhalten. Wegen der Urlaubszeit ist auch in naher Zukunft nicht mit einer Terminzusage zu rechnen.
Da die Errichtung des Geistlichen Zentrum von hoher Dringlichkeit ist, haben wir uns entschieden, mit der Bekanntgabe des Fördervereins nicht länger zu warten.
Auszüge aus:
Mein höchstes Ideal - Jesus, Mariens Sohn
Nach der Lehre des P. Chaminade
Jesus:
1. Mein Bruder, du liebst meine heiligste Mutter und fühlst dich glücklich dabei. Doch lange noch liebst du sie nicht in dem Maß, wie ich es von dir möchte.
Du liebst sie, weil man liebt, was rein und schön, und weil sie das Urbild aller Reinheit und Schönheit ist.
Du liebst sie, weil man alle jene liebt, die gütig und hilfreich sind, und weil niemand so gut und hilfreich ist wie sie.
Du liebst sie, weil du in ihr die Mutter siehst, und weil doch jedes Kind seine Mutter liebt.
Du liebst sie, weil du ihre Liebe erfahren und dich überzeugen konntest, dass du mit ihrer Hilfe leichter rein und eifrig bliebst.
Du liebst sie, weil du in Büchern gelesen und in Predigten gehört hast, dass die Andacht zu ihr das leichteste Mittel ist, dein Heil zu sichern und zur Vollkommenheit zu gelangen, und du willst dich ja retten und heiligen.
2. Jeder von diesen Beweggründen zur Liebe ist gut; aber es gibt einen, der noch viel besser ist. Diese Motive können wohl eine innige Andacht zu meiner Mutter bewirken; doch ist es nicht jene, die ich bei dir so gerne sehen möchte.
Die Andacht zu meiner Mutter ist etwas so Großes, etwas so Segensvolles, etwas, das meiner Mutter und mir so wohlgefällig ist, dass du dich dabei nicht mit dem Mittelmäßigen, nicht mit dem Ziemlichguten, nicht einmal mit dem Sehrguten zufrieden geben kannst: das Vollkommenste allein genügt!
3. Kennst du die vollkommenste Andacht zu Maria? Durchforsche die Bücher, frage die Theologen, wende dich an die Heiligen, forsche nach dem Geheimnis der größten Marienverehrer, die je gelebt haben: Nirgends wirst du eine vollkommenere Andacht finden als diese, die ich dich lehren will, nämlich die Teilnahme an meiner eigenen Kindesliebe zu meiner Mutter.
Besteht die Vollkommenheit meiner Jünger nicht in der Ähnlichkeit mit ihrem Meister? Habe ich ihnen nicht das Beispiel gegeben, damit sie so handeln, wie ich selbst? Hat ihnen mein Apostel Paulus nicht zu wiederholten Malen verkündet, für sie bestehe alles darin, dass sie Christus nachahmen, „Christus anziehen“, „die Gesinnungen Christi annehmen“, um nicht mehr ihr Leben zu leben, sondern das Leben Christi?
Sage mir nun, kannst du dir meiner Mutter gegenüber vollkommenere Gesinnungen vorstellen als die meinen?
Die Seele:
O Jesus, was für großartige Aussichten eröffnet mir die Teilnahme an Deiner kindlichen Liebe zu Deiner Mutter! Doch, wie könnte ich armer Sünder ein so hohes Ideal verwirklichen? Wie könnte ich es auch nur verstehen?
Jesus:
1. Mein Bruder, um meine kindliche Liebe zu Maria, meiner Mutter, zu begreifen, versuche zunächst zu verstehen, dass ich ihr Sohn bin, weil ich es gewollt.
Was ich getan, war nie erzwungen, nie zufällig oder planlos.
Als ich mich entschloss, hinzugehen, um die Ehre meines Vaters wiederherzustellen und die Menschheit zu erlösen, da eröffneten sich mir unendlich viele Wege; allen anderen aber zog ich den Weg über Maria vor.
Mit freier Überlegung habe ich Maria erschaffen, damit sie meine Mutter werde; denn sie hätte nie gelebt, hätte ich ihr nicht dieses Amt anvertrauen wollen. Mit freier Überlegung schuf ich sie so, wie sie ist, damit ich so werde, wie ich bin.
Ich bin in aller Wahrheit ihr Kind. Wie jedes andere Kind wollte ich aus meiner Mutter Fleisch annehmen, wollte von ihrer Milch ernährt, von ihrer Hand gehegt und gepflegt werden, wollte ich ihr Untertan sein.
Ich bin ihr Kind in viel höherem Grad, als du das deiner Mutter bist; ist es doch sie allein, aus der ich meine ganze menschliche Natur annahm.
Ich bin ihr Kind, ganz und gar, als Gottmensch. Denn der, den sie gebar, ist nur einer.
2. Wisse nun, dass die Liebe es war, die mich trieb, ihr Kind zu werden, die Liebe zu meinem Vater zunächst, den ich auf diese Weise mehr verherrlichen konnte und den die Menschen um ihretwillen besser verstehen und inniger lieben können. Dann die Liebe zu meiner Mutter, die mir mehr Freude bereiten sollte als alle Engel und Menschen, und auch die Liebe zu den Menschen, ... die Liebe zu dir, mein vielgeliebter Bruder!
(Fortsetzung folgt)
Das Buch „Mein höchstes Ideal - Jesus, Mariens Sohn“ kann bezogen werden bei: KSA Kath. Schriften-Apostolat, Postfach 1247, D-88412 Ochsenhausen oder WKS-Sekretariat, Postfach 92, A-6060 Hall i.T.
Erneuter Aufruf zum „Immerwährenden Rosenkranz“ für den Heiligen Vater, Papst Benedikt den XVI.
Wir rufen Sie heute erneut auf, sich zu überlegen, ob auch Sie sich dem „Immerwährenden Gebet“ für den Hl Vater anschließen. Sie können diesen Rosenkranz alleine zu Hause oder in einer Gruppe beten, Sie können einzelne Gesätze beten und, wenn Sie die feste Zeit dazu von Berufs wegen nicht einhalten können, so mögen Sie selbst entscheiden, wie und wann Sie beten. Aber es ist wichtig, dass wir dieses Gnadengebet anfangen.
Schicken Sie Ihre persönliche Anmeldung zum „Immerwährenden Rosenkranz“ an die
Blaue Gebetsoase, Postfach 50 11 08, 50971 Köln
Ab sofort findet täglich um 19.45 Uhr ein Rosenkranzgebet für den Heiligen Vater Benedikt XVI. in Sievernich vor der neu erbauten Kapelle statt.
Ansprechpartner: Frau Roswitha Maria Marburg, Rövenicher Str. 4, 52391 Sievernich, Tel./Fax: 02252 836933
Nächstes Gebetstreffen in Sievernich:
Montag, 1. August 2005, 15.30 bis 20 Uhr
Öffnung der Kirche St. Johannes Baptist in Sievernich:
täglich von 10 bis 18 Uhr (im Winter bis 17 Uhr)
An jedem Montag und Mittwoch um 17.30 Uhr Rosenkranz
Frau Roswitha Maria Marburg, Rövenicher Str. 4,
52391 Sievernich, Tel./Fax: 02252 836933
Auswärtige Priester, die in Sievernich eine
Heilige Messe feiern wollen, wenden sich bitte schriftlich an den
zuständigen Pfarradministrator,
Herrn Pfarrer Alfred Bergrath, Flurstr. 19. 52355 Düren.
für Papst Benedikt XVI.
Seit der Wahl unseres neuen Heiligen Vaters kommen die freundlichsten und warmherzigsten ausländischen Stimmen über unseren jetzigen Heiligen Vater aus Polen. Es gibt in Köln bereits in der polnischen Gemeinde einen „Immerwährenden Rosenkranz“, der den Hl Vater nun in seiner Amtsperiode begleitet.
So rufen wir Sie heute erneut auf, sich zu überlegen, ob auch Sie sich an dieses „Immerwährende Gebet“ für den Hl Vater anschließen. Sie können diesen Rosenkranz alleine zu Hause oder in einer Gruppe beten, Sie können einzelne Gesätze beten und, wenn Sie die feste Zeit dazu von Berufs wegen nicht einhalten können, so mögen Sie selbst entscheiden, wie und wann Sie beten. Aber es ist wichtig, dass wir dieses Gnadengebet anfangen.
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In Polen hatte man 1978 angefangen, für den Hl. Vater Papst Johannes Paul II. den „Immerwährenden Rosenkranz“ zu beten. Als er einmal in Polen war, wurde dem Hl. Vater von einem Beteiligten gesagt: „Heiliger Vater, es gibt für Sie in Tschenstochau einen „Immerwährenden Rosenkranz“. Darauf bekam er die Antwort: „Ja, ich weiß davon, und ich hoffe auf Ihr Mitwirken, dass daraus etwas im großen Maßstab wird!“
Die Hoffnung des Papstes hat sich erfüllt. Die außergewöhnlichen Erfolge bei den vielen Papstreisen sind gewiss eine echte Frucht dieser Rosenkränze.
Sollten wir uns nicht auch fragen: Was können wir hier in Deutschland für unseren Papst und die Kirche tun? Deshalb wollen auch wir für unseren jetzigen Papst beten. Sicher können wir dabei auf die Fürsprache von unserem geliebten Heiligen Vater Johannes Paul II. vertrauen, der sicherlich für uns und seine Kirche bei Gott und bei der Muttergottes eintritt!
Ab sofort treffen wir uns täglich um 19.45 Uhr in Sievernich vor der neu erbauten Kapelle, um gemeinsam einen Rosenkranz für den Heiligen Vater Benedikt XVI. zu beten!
(Für die Wintermonate wird noch eine andere Uhrzeit bekannt gegeben.)
Zur Erklärung des „Immerwährenden Rosenkranzes“ sei gesagt: Es ist ein Rosenkranz, der zu einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Person gebetet wird. Und wenn mehrere Personen zur gleichen Zeit beten, dann ist es, wie Jesus sagt: „Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter ihnen.“
Evtl. Fragen und Auskunft erteilt gerne:
Frau R.M. Marburg, Rövenicher Str. 4, 52301 Sievernich, 02252 836933
Wir können auch 3 x täglich den Rosenkranz mit dem KTV (Kath. Fernsehen) betrachtend beten, und zwar um 8.30, 15.30 und 21.00 Uhr.
KTV-Fernsehen für
Deutschland,
Rosenstraße 1, 88287 Grünkraut,
Tel. 0751 65273201
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Schicken Sie Ihre persönliche Anmeldung zum „Immerwährenden Rosenkranz“ an die
Blaue Gebetsoase,
Postfach 50 11 08, D-50971 Köln.
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Name Vorname
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Straße
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PLZ Ort
Das Rosenkranzgebet -
der ganze Glaube in einer Hand
Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln
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Liebe Schwestern und Brüder!
Unser Heiliger Vater, Papst Johannes Paul II., ist für Überraschungen immer gut. Das zweite Apostolische Schreiben, das er im neuen Jahrhundert veröffentlicht hat, ist dem Rosenkranz gewidmet. Das ist noch nichts Besonderes, haben doch auch frühere Päpste über den Rosenkranz Enzykliken veröffentlicht. Unser Papst aber hat mit dem Apostolischen Schreiben über den Rosenkranz gleichzeitig ein Rosenkranzjahr ausgerufen. Das ist einmalig in der Kirchengeschichte. Der Anlass dazu ist das 25. Jahr seiner gesegneten Amtszeit.
Wer den Papst ein wenig kennt, weiß, dass das Rosenkranzgebet sein Weg in die Christusmitte von Kindheit an war und ist. Jeden Abend betete der Vater mit ihm zusammen den Rosenkranz. In rührender Weise erzählt er von der schweren Zeit seines Lebens, die er in Krakau während der Nazi-Diktatur verbracht hat. Er lebte damals mit dem Vater alleine in einer bescheidenen Kellerwohnung, nachdem Mutter und Bruder schon längst gestorben waren. Als er einmal nachts erwachte, sah er den Vater auf dem Fußboden im Gebet versunken knien mit dem Rosenkranz in seinen Händen.
In seinem 25. Pontifikatsjahr kehrt der Heilige Vater gleichsam sein Innerstes nach außen und lässt uns teilhaben an seinen Lebens- und Glaubenserfahrungen, die er mit dem Rosenkranz in der Hand in seinem langen und bewegten Leben machen durfte.
1. Der Rosenkranz ist ein in der katholischen Christenheit und sogar darüber hinaus sehr verbreitetes Gebet. Er ist entstanden in den Händen der betenden Kirche. Kein Konzil, keine Synode, kein Papst und kein Bischof hat den Rosenkranz konstruiert oder verordnet. An ihm hat wirklich die ganze Kirche mitgewirkt, angefangen von kleinen Kindern über junge Menschen, Väter und Mütter, Gesunde und Kranke, alte Leute, ja das ganze Volk Gottes war bei der Entstehung und Gestaltung des Rosenkranzgebetes dabei. Er ist wie eine Reliquie Jesu, die wir in der Hand halten. Wenn wir den Rosenkranz beten, bringt er uns in Berührung mit Christus, dem Sohn des lebendigen Gottes, der auch unser Menschenbruder ist.
Der Rosenkranz ist ein Christusgebet. Mit den Augen der Mutter Christi betrachten die Beterin und der Beter das Christusleben. Wir kannten bisher den Freudenreichen Rosenkranz, der die Geheimnisse der Kindheit Jesu betrachtete, von seiner Empfängnis unter dem Herzen Mariens bis hin zu seiner Wallfahrt mit Maria und Josef nach Jerusalem. Dann schloss sich sofort der so genannte Schmerzhafte Rosenkranz an, in dem die den Rosenkranz Betenden die Stationen des Leidens und Sterbens Jesu für das Heil der Welt mitgehen können. Darauf folgt als dritter der Glorreiche Rosenkranz, der uns die Vollendung unserer Erlösung betend nahe bringt, angefangen von der Auferstehung Christi bis zur Aufnahme Mariens in den Himmel und zu ihrer Krönung.
Nun hat der Heilige Vater in seiner geistlichen Tiefe einen vierten Rosenkranz empfohlen, den er den Lichtreichen nennt und der zwischen den freudenreichen und schmerzhaften Geheimnissen angesiedelt ist. Dieser Lichtreiche Rosenkranz betrachtet das Wirken des Erlösers in der Öffentlichkeit. Er beginnt mit der Taufe Jesu durch Johannes und führt über seine Teilnahme bei der Hochzeit zu Kana, seine Ausrufung des Gottesreiches und seine Verklärung auf dem Berg bis hin zur Einsetzung der heiligen Eucharistie am Gründonnerstag. Mit den Augen Mariens das Leben Jesu zu betrachten, ist eine äußerst wirksame Weise, in das Leben Jesu für das Heil der Welt hineingenommen zu werden. Auf diesem Weg ergreift uns die Wirklichkeit Jesu Christi nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen und bewegt unsere Hände zur Tat.
2. Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Rosenkranzausstellung in den Vatikanischen Museen. Dort waren Rosenkränze aus allen Jahrhunderten, einfache und prachtvolle, ausgelegt. Ein Rosenkranz hat mich besonders ergriffen und bis heute beeindruckt. Es war ein einfacher, kleiner Rosenkranz aus dem Konzentrationslager Dachau, den ein Häftling aus dem kostbarsten Material geformt hat, das ihm zur Verfügung stand, aus Brotkrumen. Er zog Fäden aus seinem Häftlingskleid und formte - trotz großen Hungers - aus abgesparten Brotkrumen Perlen, die er dann an dem Faden auffädelte. Welche Kraft muss vom Rosenkranz ausgehen, wenn ihn ein Beter in der Hölle von Dachau aus dem für ihn lebensnotwendigen Brot formte!
Ein zweites Ereignis bleibt mir
unvergesslich: Im Jahr meiner Bischofsweihe 1975 zelebrierte ich im Erfurter Dom
einen Sonntagsgottesdienst. Dabei fiel mir eine Gruppe einfach gekleideter
Menschen auf, die sich wie Fremde verhielten. Nach dem Gottesdienst ging ich vor
dem Dom auf sie zu, und es stellte sich heraus, dass es russland-deutsche
Katholiken waren, die mit einer Gruppenreise die damalige DDR besuchten und
dabei den Erfurter Dom besichtigten. Sie hatten nach 35 Jahren zum ersten Mal
wieder einen katholischen Gottesdienst erlebt. Einer der Besucher fragte mich:
"Welche Glaubenswahrheiten müssen wir unseren Kindern weitergeben, damit sie das
Ewige Leben erlangen?" Eine so wichtige Frage war mir vorher und nachher nie
wieder gestellt worden. Ich entgegnete ihnen: "Ich werde jedem von Ihnen eine
Bibel und einen katholischen Katechismus mitgeben. Dort finden Sie alles
Wesentliche." Darauf antworteten sie: "Religiöse Bücher in die Sowjetunion
mitzunehmen, ist gefährlicher als Waffen." Da fragte ich, ob sie einen
Rosenkranz mitnehmen könnten. Ihre Antwort war: "Natürlich, aber was hat das mit
unserer Frage zu tun?" Ich zeigte ihnen dann auf: "Am Kreuz des Rosenkranzes
beten wir das Glaubensbekenntnis, das ist unsere
ganze Glaubenslehre. Dann folgen die ersten drei kleinen Perlen, an denen wir
Glaube, Hoffnung und Liebe betrachten, das ist unsere ganze ![]()
Lebenslehre. Mehr braucht man nicht zu glauben und zu leben, um in das Reich Gottes zu kommen. Und dann sind gleichsam in Geheimschrift die wichtigsten Geheimnisse des Lebens Jesu im Freudenreichen, Schmerzhaften und Glorreichen Rosenkranz aufgefädelt." - Heute käme noch der Lichtreiche Rosenkranz dazu. - "Das kann kein Geheimdienst entziffern, das weiß nur der gläubige Beter und Jesus Christus." Darauf nahm der fragende Mann den Rosenkranz in seine Hand und sagte: "Dann habe ich den ganzen katholischen Glauben in einer Hand!" Ich konnte ihm sagen: "Ja, Sie haben den ganzen katholischen Glauben in einer einzigen Hand!"
3. Früher war das Rosenkranzgebet ein Familiengebet. Es wurde gemeinsam, zumindest in der Fasten- oder Adventszeit, mit allen Familienmitgliedern gebetet. Heute gibt es in vielen Gemeinden das gemeinsame Rosenkranzgebet vor den Eucharistiefeiern, ebenso für die Verstorbenen vor den Begräbnissen und besonders im Oktober ausgesprochene Rosenkranzandachten. Ich weiß, dass viele Gläubige, persönlich und privat, den Rosenkranz zu Hause oder auf der Straße oder sonst wo beten.
Für das Rosenkranzjahr rege ich an, dass Sie in der Familie, in der Schule, in der Gruppe, in der Nachbarschaft und wo auch immer wieder damit anfangen, gemeinsam den Rosenkranz zu beten, auch wenn es nur ein, zwei oder drei Gesätze sind. Ich möchte hier an eine sehr bewährte Möglichkeit des Rosenkranzgebetes erinnern, den so genannten "Lebendigen" Rosenkranz. Hier schließen sich fünf Christen zusammen und beten jede und jeder für sich, eine Woche lang täglich ein bestimmtes Rosenkranzgesätz, das für den Einzelnen festgelegt wird. So beten die fünf Personen eine Woche lang gemeinsam - und doch jede und jeder für sich - einen ganzen Rosenkranz. Nach einer Woche beten die Einzelnen das nächstfolgende Geheimnis, wiederum jede und jeder für sich und doch miteinander in Gemeinschaft. Die so gemeinsam den Rosenkranz Betenden können sich auch in einem gemeinsamen Gebetsanliegen miteinander verbinden, etwa in unseren Tagen im Anliegen des Friedens in der Welt. Eine Vielzahl unserer Toten wird mit einem um die Hände gewundenen Rosenkranz begraben. Warten wir mit dem Rosenkranz nicht bis zum Tod: In der Hand der Lebenden entfaltet er Kraft und Gnade!
4. In unserem Land begehen wir augenblicklich das Jahr der Bibel. Überschneidet sich das nicht jetzt mit dem Jahr des Rosenkranzes? Der Heilige Vater hat in seinem Apostolischen Schreiben ausdrücklich vermerkt: Das Rosenkranzjahr will nicht mit anderen Themen konkurrieren, sondern möchte sie ergänzen und vertiefen. Wie schon oben dargelegt, lesen wir im Rosenkranz die Evangelien in der besonderen Geheimschrift des Rosenkranzes, der uns bewusst macht: Du gehörst zu Christus, er ist mit dir verbunden, und du kannst handeln wie er. Indem ich den Rosenkranz bete, reihe ich mich in die Schar der Jünger Jesu ein. Er ist mein Herr, und ich bin sein Jünger. In diesem liebenden und betenden Verweilen erwächst eine Intimität zwischen Christus und dem Christen. Du wirst Christus immer ähnlicher, denn der Herr bildet in diesem meditativen Gebet dein Herz nach seinem Herzen. Alles, was sein ist, wird hier auch das Deinige. Das Gebet des Rosenkranzes fügt die Beterin und den Beter ein in den geheimnisvollen Leib Christi, der die Kirche ist. Und das führt sie dazu, wie Christus zu handeln. Der Mensch, der die Perlen des Rosenkranzes durch seine Hände gleiten lässt und mit seinem Herzen bei Jesus verweilt, wird dann auch dort nicht fehlen, wo er nötig ist, und dessen Hände werden dort anpacken, wo sie gebraucht werden.
Liebe Schwestern, liebe Brüder, ich mache das Anliegen des Heiligen Vaters zu meinem eigenen und lade Sie ein, aufs Neue das Rosenkranzgebet zu entdecken. Es wird sich als wirklicher Schatz Ihres Lebens erweisen, es macht uns als Christen lebenstüchtig, wirkmächtig und dynamisch. Nichts braucht unsere heilige Kirche und unsere arme Welt nötiger.
Dazu segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Köln, am Fest der Darstellung des Herrn 2003
+ Joachim Cardinal Meisner
Erzbischof von Köln