Bote von Sievernich
Neues Informationsblatt der Blauen Gebetsoase
vom Förderverein
Juli 2009
Geistlicher Impuls
Vor einigen Monaten berichtete Frau Manuela Strack uns darüber, dass ihr in einer Vision Folgendes widerfuhr, was auch uns sicherlich zum weiteren Nachdenken anregen möchte. Manuela Strack übersandte uns folgenden Text:
„Gibt es das letzte Gericht?
Von vielen Theologen geleugnet, weil unbequem. Als Druckmittel, Angstmacher verschrien, das letzte Gericht. ..
Vor Gott stehen, das Leben auf Erden hinter sich lassen, loslassen, Sünden, Fehler bekennen, das letzte Gericht......
Habe ich darüber schon einmal nachgedacht, wie es wäre, wenn ich meine Fehler vor Gott bekennen müsste? Nein, mit Sicherheit nicht, denn es ist ja auch recht unangenehm, oder?
Ich habe es erlebt, mein Gericht ... und dies ist kein Witz, denn dieses Erlebnis hält mich seit Monaten gefangen. Angst macht es mir nicht, denn was existent ist, darf ich nicht verschweigen und diese gemachte Erfahrung wirkt auf mich sehr befreiend. Ich fand mich an einem Ort wieder, er erinnerte mich an ein griechisches antikes Theater. Dort unten in der Mitte des Platzes stand ich alleine. Gegenüber von mir sah ich den Eingang, umgeben von zwei hohen Säulen. Auf der linken Seite des Platzes sah ich nun den Widersacher, der beliebige Erscheinungsformen annehmen kann. Er war mein Ankläger. Schreiend und prahlerisch verkündete er alles über mein Leben. Alle meine Sünden wurden von ihm aufgezählt. Jeder kleinste Gedanke von mir, auch die Gedanken, die ich gar nicht so schlimm empfand, wurden von ihm groß dargestellt. Ich fühlte mich so erniedrigt, so gedemütigt.
Es war einfach furchtbar. Selbst konnte ich für mich nichts mehr tun, ich war wie gelähmt und wusste nicht, wie ich dies weiter überstehen könnte. Ich war so erschüttert, es gab keinen Ausweg, keine Hilfe in Aussicht. Der Ankläger fuhr mit seiner Anklage unbarmherzig ohne Pause fort.
Plötzlich betrat ein Engel den Platz. Er sprach: „Genug! Die Beter und die Gebete überwiegen." Diese kurzen Worte brachten meinen Ankläger sofort zum Schweigen, fort war er. Das Gericht hatte ich überstanden. Aus der ganzen Sache bin ich dank Gottes Hilfe noch mal heil herausgekommen. Die Worte des Engels haben mich befreit und ich fühlte mich unendlich erleichtert. Dieses Geschehen werde ich in meinem Leben nicht vergessen. Was habe ich daraus gelernt?
Nun, ich weiß nicht alles. Aber dieses ist mir beim Anblick des Engels bewusst geworden:
Für Niemanden gibt es ein Privileg des Himmels.
Vor Gott kann aus sich selbst keiner bestehen. Möge er von sich denken, noch so gut zu sein, möge er noch so ein hohes Amt bekleiden. Gott rettet uns durch seine Gnade. Seine Bannherzigkeit ist es, die uns befreit. Unser Ankläger wird einst der unbarmherzige Widersacher sein. Er und nicht Gott erniedrigt die Menschen. Das Böse kennt kein Erbarmen.
Warum ich dieses Gericht schon jetzt erlebt habe?
Dies ist eine Gnade Gottes und ich darf mit dieser Erfahrung leben.
Was kann ich tun?
Aufrichtig nach den Geboten Gottes leben und auf Gott vertrauen. Ich bin nicht ohne Fehler. Das Sakrament der Beichte hilft mir, meine Sünden vor Gott zu bekennen und Reue zu zeigen. Ich kann umkehren, wenn ich es ehrlich will.
Um so wichtiger ist es mir heute mit Schwester Faustina gemeinsam zu beten: O mein Jesus, ich vertraue auf Dich!"
Das von Manuela Strack Geschilderte und auch die Fragen und Antworten, die sie zu all dem stellt, sind Anlass, einige Punkte genauer herauszustellen und zu erklären:
„Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten"- so beten wir Sonntag für Sonntag im Glaubensbekenntnis. Wenn wir uns den Fragen nähern, was im Tod und nach dem Tod geschieht, so müssen wir uns zunächst bewusst werden, dass wir als Getaufte „in und mit Christus" sterben. Und so steht zuerst auch folgender Satz quasi als Überschrift über allen Fragen nach dem ewigen Leben, in dem Artikel des Weltkatechismus der katholischen Kirche (KKK; Ausgabe von 1993): „Der Christ, der sein Sterben mit dem Sterben Jesu vereint, versteht den Tod als ein Kommen zu Jesus und als Eintritt in das ewige Leben" (KKK, Nr. 1020). So ist der Tod für uns Christen eine Begegnung mit Jesus Christus, was, wenn wir versucht haben, in unserem Leben mit und in Christus zu leben, erst einmal ein Geschenk ist.
Die Kirche sagt, dass es für einen jeden Menschen entweder den direkten Eintritt in den Himmel, in die Hölle oder eine „abschließende Läuterung" geben wird. Letzteres, d.h. das Purgatorium, das Fegefeuer, beschreibt der Katechismus wie folgt: „Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heiles sicher, macht aber nach dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können." (KKK, Nr. 1030). Deutlich sagt die Kirche zur Frage nach der Hölle folgendes: Da Gott den Menschen frei und eigenverantwortlich erschaffen hat, respektiert er seine Entscheidung völlig und das heißt u.U. auch die Entscheidung eines Menschen, sich radikal gegen die Liebe und gegen Gott zu entscheiden. „Unser Herr macht uns darauf aufmerksam, dass wir von ihm getrennt werden, wenn wir es unterlassen, uns der schweren Nöte der Armen und Geringen, die seine Brüder und Schwestern sind, anzunehmen (vgl. Mt 25, 31-46). In Todsünde sterben, ohne diese bereut zu haben und ohne die barmherzige Liebe Gottes anzunehmen, bedeutet, durch eigenen freien Entschluss für immer von ihm getrennt zu bleiben. Diesen Zustand der endgültigen Selbstausschließung aus der Gemeinschaft mit Gott und den Seligen nennt man .Hölle'." (KKK, Nr 1033)
Man unterscheidet zwischen einem "individuellen Gericht" im oder direkt nach dem Tod und dem „Letzten Gericht", d.h. dem Kommen Christi in Herrlichkeit, von dem der Vater allein den Tag und die Stunde weiß und das vorbereitet wird durch eine letzte kosmische Erschütterung. Gott, der Herr und Schöpier wird dann „durch seinen Sohn Jesus Christus sein endgültiges Wort über die ganze Geschichte sprechen." (KKK , Nr. 1040). „Christus wird mit der Vollmacht richten, die er erworben hat als Erlöser der Welt, der gekommen ist, um die Menschen zu retten. Die innersten Gesinnungen der Herzen sowie das Verhalten eines jeden gegenüber Gott und dem Nächsten werden aufgedeckt werden. Jeder Mensch wird nach seinen Werken entweder mit Leben erfüllt oder für die Ewigkeit verdammt." (Kompendium des KKK, 1995, Nr. 135)
Es ist gut, in Klarheit die Lehre der Kirche zu diesen eschatologischen Fragen nochmals zu lesen. Geistlich gesehen ist es aber wichtig, nicht darüber in Angst und Sorge zu verfallen, sondern 4 Punkte können uns in unserem jetzigen Leben, das jeder von uns zu bestehen und zu gestalten hat, Wegweiser sein:
1. Die Liebe ist das Entscheidende
Unsere ganze Kraft und Energie, ja, Verstand, Wille und Herz sollen darauf hin ausgerichtet sein, immer mehr ein liebender Mensch zu werden: Wir sind berufen, Gott aus ganzem Herzen zu lieben und ihm an die erste Stelle in unserem Leben zu setzen! Und die Liebe zu Gott wird dadurch konkret, dass wir unseren Nächsten lieben! Darauf wird der Herr schauen, wenn er wieder kommt, nicht auf das, was wir geleistet und angesammelt haben. Denken wir an das Wort des Hl. Johannes vom Kreuz: „Am Abend unseres Lebens werden wir nach der Liebe gerichtet werden."
2. Das stellvertretende Gebet für die Verstorbenen
„Schon seit frühester Zeit hat die Kirche das Andenken an die Verstorbenen in Ehre gehalten und für sie Fürbitte und insbesondere das eucharistische Opfer dargebracht, damit sie geläutert werden und zur beseligenden Gottesschau gelangen können. Die Kirche empfiehlt auch Almosen, Ablässe und Bußwerke zugunsten der Verstorbenen."(KKK, Nr. 1032) Hinter diesen Aussagen steht die Lehre, dass die Kirche die „Gemeinschaft der Heiligen", die „communio sanctorum" ist. Es gibt eine Verbindung aller Glieder des mystischen Leibes der Kirche, der Lebenden und der Verstorbenen. Und so kann - entspringend aus dem Geist der Liebe, die sich sorgt eben nicht nur um das irdische Wohl eines jeden - der eine stellvertretend für den anderen vor Gott eintreten. Welch eine große Aufgabe für jeden von uns! Stellvertretend für andere im Gebet vor Gott einzutreten, ist ein großes Geheimnis! Und auch der Gedanke, dass unsere Leiden, wenn wir sie Gott bewusst „aufopfern" nicht primär für uns, zu unserem Heil bedeutsam sind, sondern, dass sie für irgendeine andere Seele eine Bedeutung haben, kann gerade so auch unseren Leiden eine ganz tiefe Bedeutung geben.
„Genug! Die Beter und die Gebete überwiegen" - so sagt es der Engel, der in der Gerichtsvision von M. Strack auftritt. Die Kirche könnte und müsste die Vision und diese Aussage überprüfen, aber wie dem auch sei: wichtig ist, dass wir schon jetzt eingeladen sind, noch mehr für andere zu beten, die Seelen der Lebenden und Verstorbenen im Gebet Gott, dem barmherzigen Vater, an zu empfehlen.
3. Beichte: Gottes Liebesgeschenk
Damit wir immer mehr zu liebenden Menschen werden, brauchen wir von Zeit zu Zeit immer wieder die Erneuerung unseres ganzen Lebens in und durch das Sakrament der Versöhnung. Ob es schwere Sünden oder lässliche Sünden sind, die wir Gott in aller Ehrlichkeit sagen und bereuen, das Sakrament der Versöhnung „ist für uns eine Hilfe, unser Gewissen richtig zu bilden, gegen unsere bösen Neigungen anzukämpfen, uns von Christus heilen zu lassen und im geistlichen Leben zu wachsen." (Kompendium des KKK, Nr. 306)
4. Im Heute leben
Befassen wir uns nicht zu viel mit all den Fragen, was nach dem Tod kommt und machen wir uns auch nicht zu viele Gedanken, wann und wie das Letzte Gericht sein wird. Diese Energien könnten eher genutzt werden, konkret und entscheiden, im Heute zu leben. Das Heute, der heutige Tag ist das Wichtigste! Ich kann in der mir heute geschenkten Zeit so viel Gutes tun, anderen Menschen, Armen, Einsamen und Kranken viel Liebe schenken. Der Herr braucht uns, damit Seine Liebe die Herzen der Menschen erreicht! Erkennen wir jeden Tag, ja, jede neue Stunde als großartige Möglichkeit und Chance, mit ganzem Herzen und ganzer Kraft Gott und dem Nächsten zu dienen. So werden wir Frieden, Freude und Sinn finden.
Allgemeine Informationen zu Sievernich und Gebetsanliegen
Dankbar schauen wir darauf, dass nun zu jeder Zeit aus dem Brunnen in Sievernich Wasser entnommen werden kann. Möge das Wasser, wenn wir uns damit z.B. zu Hause bekreuzigen, uns daran erinnern, dass die Gottesmutter sich nichts Sehnlicheres wünscht, als dass wir unsere Herzen ganz für ihren Sohn öffnen.
Beten wollen wir in diesem Monat Juli ganz besonders darum, dass der Herr noch klarer zeigt, wie, durch wen und in welcher Weise dem Wunsch des Himmels entsprochen werden kann, in Sievernich ein geistliches Zentrum zu errichten. Erzwingen wir nichts, sondern erbitten wir dies demütig im Gebet. Eingeladen sind alle, täglich in diesem Anliegen ein Gesätz des Rosenkranzes mit dem Einschub „Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat" zu beten.
Termine
Nächstes Gebetstreffen: Montag, 3. August 2009
Rosenkranzandacht mit Aussetzung jeden Montag um 17.30 Uhr
Nächste Bibelgespräche:
Montag, 13. Juli und 27. Juli 2009, jeweils 18.45 Uhr
„Oasentage in Sievernich": Fr., 11. 9.2009, Fr., 16.10.2009; Fr., 13.11.2009, Fr., 18.12.2009 Jeweils von 15.00 - 18.00 Uhr: Treffpunkt im Jugendzentrum, Gelegenheit zum Gespräch, Gebet, geistlichen Impuls. Gesonderte Informationen folgen später.