Informationsblatt der
Blauen Gebetsoase

in Sievernich

August 2005

 

Seeleneifer

Aus „Geheimnis der Gottesfreundschaft“ von Gabriele a S. Maria Magdalena O.C.D., Professor der Theologie an der Theologischen Fakultät der Unbeschuhten Karmeliten zu Rom

VERGEGENWÄRTIGUNG GOTTES

O Jesus, du hast dich für das Heil der Welt dahingegeben; entzünde in meiner Seele den Eifer für das Heil der Seelen!

BETRACHTUNG

1. In dem Maße, in dem die Gottesliebe unsere Herzen in Besitz nimmt, lässt sie in ihnen immer mehr eine Nächstenliebe wachsen, die übernatürlich ist und darum vor allem das übernatürliche Wohl unseres Nächsten vor Augen hat und so zum Seeleneifer wird.

Wenn wir Gott wenig lieben, werden wir auch die Seelen wenig lieben, und umgekehrt: wenn unser Seeleneifer matt ist, so besagt dies, dass auch unsere Gottesliebe matt ist. Tatsächlich: wie wäre es möglich, Gott sehr zu lieben, ohne auch jene sehr zu lieben, die seine Kinder sind, Gegenstand seiner Liebe, seiner Sorge, seines Eifers? Die Seelen sind sozusagen Gottes Schatz. Er hat sie in einem Akt der Liebe nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen. Er hat sie in einem noch größeren Liebesakt im Blute seines Eingeborenen erlöst. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingegeben hat, damit jene, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3, 16). Wer in das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen eingedrungen ist, kann ihrem Schicksal gegenüber nicht gleichgültig bleiben. Im Lichte des Glaubens hat er begriffen, dass alles Wirken Gottes in der Welt ihr Heil, ihr ewiges Glück im Auge hat, und er will irgendwie an diesem Wirken teilhaben, überzeugt, dass er nichts tun kann, was Gott besser gefiele, als demütig mitarbeiten am Heile derer, die ihm so teuer sind. Dies war stets das glühende Verlangen der Heiligen. Es hat sie zu heroischer Hochherzigkeit getrieben, wenn sie hoffen konnten, auch nur einer einzigen Seele wohl zu tun. Die hl. Theresia von Jesus schreibt: „Dies ist die Neigung, die der Herr mir gegeben hat. Es scheint mir, als schätzte er eine einzige Seele, die wir ihm durch unser Mühen und Beten kraft seiner Barmherzigkeit gewinnen, höher als alle Dienste, die wir ihm sonst tun könnten“ (St. 1, 7).

Es ist wahr: das erste Ziel göttlichen Wirkens ist seine Ehre; doch diese Ehre will der unendlich Gute sich besonders verschaffen durch Heil und Seligkeit seiner Geschöpfe; und wirklich verherrlicht nichts so sehr seine Güte, seine Liebe, sein Erbarmen als ein zum Heil gelangter Mensch. Darum bedeutet Gott und seine Ehre lieben: die Seelen lieben, arbeiten und sich hinopfern für ihre Rettung.

2. Seeleneifer wächst aus der Liebe, wächst aus der Betrachtung des gekreuzigten Herrn. Seine Wunden, sein Blut, die Qual seiner Todesangst sagen uns, welchen Wert die Seelen vor Gott haben und wie sehr Gott sie liebt. Doch diese Liebe wird nicht erwidert, und es scheint, als wollten die undankbaren Menschen ihr mit Gewalt entfliehen. Es ist ein trauriges Schauspiel aller Zeiten, auch der heutigen, dass man sich so verhält, als wollte man Jesus abermals lästern und seine Leiden erneuern. „Alle Welt ist in Flammen; die Gottlosen lechzen sozusagen danach, Jesus Christus nochmals zu verurteilen; sie schleudern gegen ihn eine Unzahl von Verleumdungen und arbeiten auf tausend Weisen an der Zerstörung der Kirche.“ Konnte Theresia von Jesus dies (Weg 1, 5) von ihrem unter der Glaubensspaltung leidenden Jahrhundert sagen, um wie viel mehr gilt es von dem unsern, in dem der Kampf gegen Gott und die Kirche über die Maßen zugenommen und sich über die gesamte Welt ausgebreitet hat. Selig sind wir, wenn wir mit den Heiligen wiederholen können: „Der Verlust so vieler Seelen zerbricht mir das Herz. Ich möchte nicht, dass die Zahl der Verworfenen noch ansteigt. Um nur eine Seele zu retten von den vielen, die verloren gehen, wollte ich tausendmal das Leben opfern“ (ebd.). Doch es handelt sich nicht nur darum, Wünsche zu formulieren; man muss etwas tun, man muss handeln und leiden für die Rettung der Brüder.

Der hl. Johannes Chrysostomus versichert, es gäbe „nichts Frostigeres als einen Christen, der sich nicht um das Heil anderer kümmert“. Diese Kälte ist die Folge einer sehr matten Liebe. Befeuern wir, beleben wir die Liebe, und es wird sich in uns der Eifer für das Heil der Seelen anfachen. Dann wird unser Apostolat nicht mehr nur eine äußerlich auferlegte Pflicht unseres Standes sein, sondern eine Forderung der Liebe, eine Flamme, die unwillkürlich aus der inneren Liebesglut auflodert.

Sich dem innerlichen Leben hingeben bedeutet nicht, sich in einen elfenbeinernen Turm verschließen, um ungestört die Tröstungen Gottes zu genießen, ohne sich um das Heil anderer zu kümmern; es bedeutet die Sammlung aller Kräfte für die Suche nach Gott, für die Arbeit an der eigenen Heiligung, um Gott angenehm zu werden und dadurch fähig, zu wirken und zu vermitteln, um das Heil vieler Seelen zu erlangen.


 

ZWIESPRACHE

„O milder Herr, wie unverdient wirst du von denen verfolgt, denen du so viel Gutes erwiesen hast! Es scheint wirklich, dass diese Verräter dich nochmals kreuzigen wollen, da sie dir keinen Ort lassen, dein Haupt hinzulegen. Ich kann dieses Schauspiel nicht ansehen, ohne dass es mir das Herz bricht!

Lass, ewiger Vater, so viele Geißelstreiche, Mühen und qualvolle Leiden nicht vergessen sein. Ist es denn möglich, mein Schöpfer, kann ein so liebevolles Herz wie das deine es ertragen, dass in unseren Tagen so wenig beachtet wird, was dein Sohn mit so viel Liebe getan hat, einzig um deinen Befehlen zu gehorchen? Hat dein Sohn nicht alles getan? Ist es möglich, dass immer dieses unschuldigste Lamm es bezahlen muss, jedes Mal wenn wir dich wieder beleidigen? Lass es nicht länger zu, erhabenster Herr! Deine göttliche Majestät lasse sich versöhnen! Sieh nicht auf unsere Sünden; gedenke, dass dein heiligster Sohn uns erlöst hat. Gedenke seiner Verdienste, der Verdienste seiner glorreichen Mutter, der Verdienste so vieler Heiliger und so vieler Märtyrer, die für dich gestorben sind!

Doch ach, wie darf ich dieses Gebet wagen, Herr? Meiner Kühnheit wegen hast du allen Grund, noch mehr zu zürnen. Doch vergiss nicht, dass du der Gott des Erbarmens bist.

Sieh mein Verlangen an, die Tränen, die mein Gebet begleiten, vergiss meine Sünden, ich flehe dich an als den, der du bist, hab Erbarmen mit den vielen Seelen, die verloren gehen, und schütze deine Kirche“ (ThJ, Weg 1, 3).

 

Aus dem Buch der Weisheit 13,1-13,10

Töricht waren von Natur alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, den Kreis der Gestirne, die gewaltige Flut oder die Himmelsleuchten für weltbeherrschende Götter.

Wenn sie diese, entzückt über ihre Schönheit, als Götter ansahen, dann hätten sie auch erkennen sollen, wieviel besser ihr Gebieter ist; denn der Urheber der Schönheit hat sie geschaffen. Und wenn sie über ihre Macht und ihre Kraft in Staunen gerieten, dann hätten sie auch erkennen sollen, wieviel mächtiger jener ist, der sie geschaffen hat, denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe läßt sich auf ihren Schöpfer schließen.

Dennoch verdienen jene nur geringen Tadel. Vielleicht suchen sie Gott und wollen ihn finden, gehen aber dabei in die Irre. Sie verweilen bei der Erforschung seiner Werke und lassen sich durch den Augenschein täuschen; denn schön ist, was sie schauen. Doch auch sie sind unentschuldbar: Wenn sie durch ihren Verstand schon fähig waren, die Welt zu erforschen, warum fanden sie dann nicht eher den Herrn der Welt?

Unselig aber sind jene, die auf Totes ihre Hoffnung setzen und Werke von Menschenhand als Götter bezeichnen, Gold und Silber, kunstvolle Gebilde und Tiergestalten oder einen nutzlosen Stein, ein Werk uralter Herkunft.

 

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles geht vorbei,
Gott allein bleibt derselbe.
Die Geduld erreicht alles.
Wer Gott hat, dem fehlt nichts:
Gott allein genügt.
(Theresia von Avila)

  

Organisation der Blauen Gebetsoase

Die Blaue Gebetsoase soll nicht durch einen Verein organisiert sein. Alle Aktivitäten der Blauen Gebetsoase wie z. B. die Gestaltung des Gebetstages, die Betreuung der Pilger oder andere zukünftig notwendig werdende Aufgaben sollen nicht unter dem Dach des Fördervereins organisiert und durchgeführt werden.

 Der Förderverein KGZ Sievernich hat einzig die Aufgabe, Spendengelder zu verwalten. Daher genügt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestmitgliederzahl. Die Aufnahme neuer Mitglieder ist zur Zeit nicht erforderlich. Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

Helferkreis Sievernich

 

Sie können die Blaue Gebetsoase in Sievernich durch Gebet und Spenden unterstützen. Es gibt Personen, die uns als Übersetzer helfen. Wer die Blaue Gebetsoase aber auch in anderer Weise unterstützen möchte, kann sich als Helfer für die Pilgerbetreuung oder später z. B. auch als Handwerker einbringen. Wenn Sie gerne helfen möchten, teilen Sie bitte der Blauen Gebetsoase mit, welche Möglichkeiten Sie sehen, der Blauen Gebetsoase praktisch zu helfen. Wir werden dann bei Bedarf auf Sie zukommen.

 

Spendenkonto:

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Für Überweisungen aus dem Ausland:

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Organisatorisches

Aus Sicherheitsgründen dürfen in Zukunft nicht mehr als 300 Personen in die Sievernicher Kirche eingelassen werden. Bitte verwenden Sie nur platzsparende Klappstühle, damit der begrenzte Kirchenraum optimal genutzt werden kann.

 

Wir bitten, in der Kirche außerhalb des Gebets ehrfürchtiges Stillschweigen zu halten. Das gilt vor allem für die Zeit nach der Heiligen Messe

Bücher mit den Botschaften von Sievernich:
Band 1: „Ich bin Maria, die Makellose“

Botschaften von Sievernich8. Juni 2000 bis 7. Okt. 2002

ISBN 3-928929-46-1, Preis: 5,00 €

Band 2: „Alle Nationen rufe ich zu mir!“
Botschaften von Sievernich 3. Februar 2003 bis 4. April 2005, ISBN 3-928929-74-7, Preis: 5,00 €

Gebetsheft: „Gebete von der heiligen Teresa von Avila“

FE-Medienverlag GmbH, Friedrich Wirth Str. 4,
88353 Kisslegg,
Tel. 07563-92007, Fax 07563-3381

Die Botschaften bis 3. Januar 2005 in Französisch:

Je suis Marie I’Immaculée

Editions du Parvis, CH-1648 Hauteville

Internet: www.parvis.ch, E-mail: librairie@parvis.ch

ISBN 2-88022-237-0, 118 Seiten, 13,00 Euro

Die Botschaften von Sievernich in anderen Sprachen.

Ab sofort können über www.sievernich.de.ms Internetseiten in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Niederländisch und Italienisch aufgerufen werden. Es werden noch Übersetzer für Italienisch und Französisch gesucht.

 

Aufruf zum „Immerwährenden Rosenkranz“ für den Heiligen Vater, Papst Benedikt den XVI.

Schicken Sie Ihre persönliche Anmeldung zum „Immerwährenden Rosenkranz“ an die Blaue Gebetsoase, Postfach 50 11 08, 50971 Köln

 

Täglicher Rosenkranz vor der Kapelle in Sievernich

Täglich um 19.45 Uhr findet ein Rosenkranzgebet für den Heiligen Vater Benedikt XVI. in Sievernich vor der neu erbauten Kapelle statt. Ansprechpartner: Frau Roswitha Maria Marburg, Tel./Fax: 02252 836933

 

Anmeldungen von Pilgergruppen

Frau Roswitha Maria Marburg, Rövenicher Str. 4,

52391 Sievernich, Tel./Fax: 02252 836933

Auswärtige Priester, die in Sievernich eine Heilige Messe feiern wollen, wenden sich bitte schriftlich an den
zuständigen Pfarradministrator,

Herrn Pfarrer Alfred Bergrath, Flurstr. 19. 52355 Düren.

 

Unterkunft für Pilger

Die Nachfrage nach Pilgerunterkünften steigt ständig. Wer ist bereit, Pilgern eine preiswerte Unterkunft zu bieten? Teilen Sie bitte der Blauen Gebetsoase Ihre Adresse, Telefonnummer und die Anzahl der Plätze mit.