Informationsblatt der Blauen Gebetsoase

in Sievernich

 August 2007

  

Vor sieben Jahren, am 7. August 2000: Erstes Gebetstreffen der Blauen Gebetsoase in Sievernich

Am Montag, dem 07.08.2000, fand in der Pfarrkirche zu Sievernich das erste Gebetstreffen der Blauen Gebetsoase statt. Zuerst spürte ich eine große Hitze. Dann erschien mir dort während des Gebetes die Mutter Gottes. Sie erschien ganz in Weiß gekleidet und hatte vorne auf der Brust ein rotes Herz mit einem Dornenkranz rundum. Sie strahlte und war sehr freundlich. Rechts und links von ihr sah ich zwei Säulen, die aus weißen Rosen bestanden. Hinter ihr war ein helles ovales Licht. Sie stand zunächst (von mir aus gesehen) links vom Altar und schwebte nachher näher zu mir. Sie sprach:

„Ich grüße und segne euch, meine Kinder. Ich bin Maria, die Makellose, Maria, die Mutter Gottes. Ich komme im Auftrage meines göttlichen Sohnes Jesus Christus zu euch. Spürt es, ich bin ganz bei euch. Ich freue mich, dass ihr in der Blauen Gebetsoase seid, so, wie ich in ihr ganz bin, ihr, meine Perlen des Rosenkranzes. Ihr seid zu dieser irdischen Zeit nur einige. Doch mein Gesang dringt in die Welt und bald schon, meine Kinder, werdet ihr mannigfaltige Rosenkränze sein! Ihr strahlt aus, weil ich bei euch bin, ihr, die Rosen meines Rosenkranzes.

Habt Erbarmen und betet für meine Kinder, besonders für jene, die den Weg zu meinem lieben göttlichen Sohn nicht finden. Seid barmherzig zu jenen, so, wie es mein Sohn tat. Mein Kommen ist für die Kirche alleine gedacht. Was zerrüttet und zerstreut, vereinige ich im Namen meines lieben göttlichen Sohnes. Mein Gesang, liebe Kinder, dringt zu euch hinab, zu euch in eure Seelen. Ich wiege euch in mein Unbeflecktes Herz ein. Taucht ein und seid ein Abbild meines Herzens. Die Mutter geht dem göttlichen Sohn voraus. In der Welt herrscht der große Glaubensabfall; doch, meine Kinder, ich rufe die Meinigen, so ich euch täglich rufe. Seid wachsam und betet die Gnadenperlen. Öffnet mir euer Herz und mein Herz wird euch ebenso offen sein.“

„Gemach!...“ von Edith Stein

Von Natur aus ist die Seele mannigfach erfüllt: so sehr, dass eines immer das andere verdrängt, und in ständiger Bewegung, oft in Sturm und Aufruhr. Wenn wir morgens erwachen, wollen sich schon die Pflichten und Sorgen des Tages um uns drängen (falls sie nicht schon die Nachtruhe vertrieben haben).... Da heißt es, die Zügel in die Hand nehmen und sagen: Gemach! Von alledem darf jetzt gar nichts an mich heran. Meine erste Morgenstunde gehört dem Herrn....

Jede muss sich selbst kennen oder kennen lernen, um zu wissen, wo und wie sie Ruhe finden kann. ... Und wenn keinerlei äußere Ruhe zu erreichen ist, wenn man keinen Raum hat, in den man sich zurückziehen kann, wenn unabweisliche Pflichten eine stille Stunde verbieten, dann wenigstens innerlich für einen Augenblick sich gegen alles andere abschließen und zum Herrn flüchten. Er ist ja da und kann uns in einem einzigen Augenblick geben, was wir brauchen. ... Und wenn die Nacht kommt und der Rückblick zeigt, dass alles Stückwerk war und vieles ungetan geblieben ist, was man vorhatte, dann alles nehmen, wie es ist, es in Gottes Hände legen und Ihm überlassen. So wird man in Ihm ruhen können, wirklich ruhen und den neuen Tag wie ein neues Leben beginnen.

Das ist nur eine kleine Andeutung, wie der Tag zu gestalten wäre, um für Gottes Gnade Raum zu schaffen.... Es wäre weiter zu zeigen, wie der Sonntag ein großes Tor sein müsste, durch das himmlisches Leben in den Alltag und Kraft für die Arbeit der ganzen Woche einziehen könnte ...

Es wird eine wesentliche Aufgabe jeder einzelnen sein zu überlegen, wie sie nach ihrer Veranlagung und ihren jeweiligen Lebensverhältnissen ihren Tages- und Jahresplan ge­stalten muss, um dem Herrn die Wege zu bereiten. ... Aber auch die seelische Situation ist bei den verschiedenen Menschen und bei den einzelnen zu verschiedenen Zeiten verschieden. Von den Mitteln, die geeignet sind, die Verbindung mit dem Ewigen herzustellen, wach zu halten oder auch neu zu beleben ..., sind nicht alle für jeden und zu allen Zeiten gleich fruchtbar. ... Es ist wichtig, das jeweils Wirksamste herauszufinden und sich zu Nutze zu machen ...

aus: Wege zur inneren Stille, in:

DIE FRAU, ESGA Bd. 13, 43-45.

„Jesus betete einmal an einem Ort...“

aus dem Jesus-Buch von Benedikt XVI.

Die Bergpredigt entwirft ... ein umfassendes Bild vom rechten Menschsein. Sie will uns zeigen, wie das geht: ein Mensch zu sein. Ihre grundlegenden Einsichten könnte man in der Aussage zusammenfassen: Der Mensch ist nur von Gott her zu verstehen, und nur wenn er in der Beziehung zu Gott lebt, wird sein Leben recht. Gott aber ist nicht ein ferner Unbekannter. Er zeigt uns in Jesus Sein Gesicht; in Seinem Tun und in Seinem Willen lernen wir die Gedanken Gottes und Gottes Willen selber kennen.

Wenn Menschsein wesentlich Beziehung zu Gott bedeutet, so ist klar, dass dazu das Reden mit Gott und das Hören auf Gott gehört. Deswegen gehört zur Bergpredigt auch eine Lehre vom Gebet; der Herr sagt uns, wie wir beten sollen.

Bei Matthäus geht dem Herrengebet eine kurze Katechese über das Gebet voraus, die uns vor allem vor den Fehlformen des Betens warnen will. Gebet darf nicht Schaustellung vor den Menschen sein; es verlangt die Diskretion, die einer Beziehung der Liebe wesentlich ist. Gott redet jeden Einzelnen mit seinem Namen an, den sonst niemand kennt, sagt uns die Schrift (Offb 2,17). Gottes Liebe zu jedem Einzelnen ist ganz persönlich und trägt dieses Geheimnis der Einmaligkeit in sich, die nicht vor den Menschen ausgebreitet werden kann.

Diese wesentliche Diskretion des Betens schließt das gemeinsame Beten nicht aus: Das Vaterunser selbst ist ein Wir-Gebet, und nur im Mitsein mit dem Wir der Kinder Gottes können wir überhaupt die Grenze dieser Welt überschreiten und zu Gott hinaufreichen. Aber dieses Wir weckt doch das Innerste meiner Person auf; im Beten müssen sich dieses ganz Persönliche und das Gemeinschaftliche immer durchdringen, wie wir bei der Auslegung des Vaterunser näher sehen werden. Wie es im Verhältnis von Mann und Frau das ganz Persönliche gibt, das den Schutzraum der Diskretion braucht, und zugleich beider Verhältnis in Ehe und Familie auch vom Wesen her öffentliche Verantwortung einschließt, so auch in der Gottesbeziehung: Das Wir der betenden Gemeinschaft und das Persönlichste des nur Gott Mitteilbaren durchdringen sich.

Die andere Fehlform des Betens, vor der uns der Herr warnt, ist das Geplapper, der Wortschwall, in dem der Geist erstickt. Wir alle kennen die Gefahr, dass wir gewohnte Formeln hersagen und dabei der Geist ganz woanders ist. Am aufmerksamsten sind wir, wenn wir Gott aus innerster Not um etwas bitten oder ihm aus freudigem Herzen für erfahrenes Gutes danken. Das Wichtigste aber ist - über solche Augenblickssituationen hinaus -, dass die Beziehung zu Gott auf dem Grund unserer Seele anwesend ist. Damit das geschieht, muss diese Beziehung immer neu wachgerufen werden und müssen die Dinge des Alltags immer wieder auf sie zurück bezogen werden. Wir werden umso besser beten, je mehr in der Tiefe unserer Seele die Ausrichtung auf Gott da ist. Je mehr sie der tragende Grund unserer ganzen Existenz wird, desto mehr werden wir Menschen des Friedens sein. Desto mehr können wir den Schmerz tragen, desto mehr die anderen verstehen und uns ihnen öffnen. Diese unser ganzes Bewusstsein durchprägende Orientierung, das stille Anwesendsein Gottes auf dem Grund unseres Denkens, Sinnens und Seins, nennen wir das „immerwährende Gebet“. Sie ist letztlich auch das, was wir mit Gottesliebe meinen, die zugleich die innerste Bedingung und Triebkraft der Nächstenliebe ist. (...)

Während Matthäus auf das Vaterunser mit einer kleinen Katechese über das Gebet im Allgemeinen hinführt, finden wir es bei Lukas in einem anderen Zusammenhang - auf dem Weg Jesu nach Jerusalem. Lukas führt das Herrengebet mit der folgenden Bemerkung ein: „Jesus betete einmal an einem Ort, und als Er das Gebet beendet hatte, sagte einer Seiner Jünger zu Ihm: Herr, lehre uns beten ...“ (11,1).

Der Kontext ist also die Begegnung mit dem Beten Jesu, das in den Jüngern den Wunsch wachruft, von ihm beten zu lernen. Das ist sehr bezeichnend für Lukas, der dem Beten Jesu einen ganz besonderen Platz in seinem Evangelium eingeräumt hat. Jesu Wirken als Ganzes steigt aus Seinem Beten auf, ist von ihm getragen. So erscheinen wesentliche Ereignisse Seines Weges, in denen allmählich Sein Geheimnis sich enthüllt, als Gebetsereignisse. Das Petrusbekenntnis zu Jesus als dem Heiligen Gottes steht im Zusammenhang der Begegnung mit dem betenden Jesus (Lk 9,19ff); die Verklärung Jesu ist ein Gebetsereignis (9,28f).

So ist es bedeutsam, wenn Lukas das Vaterunser in den Zusammenhang von Jesu eigenem Beten stellt. Er beteiligt uns damit an Seinem eigenen Beten, Er führt uns hinein in den inneren Dialog der dreifaltigen Liebe, zieht sozusagen unsere menschlichen Nöte hinauf ans Herz Gottes. Das bedeutet aber auch, dass die Worte des Vaterunser Wegweisungen ins innere Beten sind, Grundorientierungen unseres Seins darstellen, uns nach dem Bild des Sohnes gestalten wollen.

 Der Papst ist nicht ein absoluter Monarch,
dessen Wille Gesetz ist

Kreuz.net, Donnerstag, 28. Oktober 2004

Kardinal Ratzinger hat in Bezug auf die Liturgie deutlich an die Grenzen der päpstlichen Vollmachten erinnert. In einer Buchbesprechung für die jüngste Ausgabe der britischen Benediktiner-Zeitschrift „Laudetur“ (Farnborough Abbey/Hampshire) schreibt der deutsche Kurienkardinal Joseph Ratzinger:

„Es scheint mir sehr wichtig, daß der KKK [Katechismus der katholischen Kirche] mit der Begrenzung der Vollmachten der höchsten kirchlichen Autorität in Sachen Reform genau das Wesen von Primat wieder ins Gedächtnis ruft, wie es vom I. und II. Vatikanum gezeichnet worden war:

Der Papst ist nicht ein absoluter Monarch, dessen Wille Gesetz ist, sondern er ist der Hüter der authentischen Tradition und damit der erste Garant des Gehorsams. Er kann nicht machen, was er will und kann daher auch jenen entgegentreten, die ihrerseits machen wollen, was ihnen im Sinn steht. Sein Gesetz ist nicht die Beliebigkeit, sondern der Glaubensgehorsam.

Daher hat er der Liturgie gegenüber die Funktion des Gärtners, nicht des Technikers, der neue Maschinen baut und alte zum Gerümpel wirft.

Der „Ritus“, die im Glauben und Leben der Kirche gereifte Gestalt des Betens und Feierns, ist kondensierte Gestalt der lebendigen Überlieferung, in der ein Ritenraum das Ganze seines Glaubens und Betens ausdrückt und so zugleich die Gemeinschaft der Generationen erlebbar wird, die Gemeinschaft mit den Betern vor uns und nach uns. So ist der Ritus eine Vor-Gabe an die Kirche, lebendige Gestalt von Paradosis (Überlieferung).“

 Über den verwachsenen und den jungen Feigenbaum

Auch die Heilige Teresa von Avila griff am 17.09.2005
 in ihrer Belehrung an Manuela den Vergleich
mit dem Gärtner auf.

„In Gottes Garten steht ein verwachsener Feigenbaum. Der Gärtner pflegt ihn, da der Boden gut ist, in welchem er verwurzelt ist, und wartet bis zur Zeit der Ernte. Als die Erntezeit gekommen ist, sieht er, dass der Baum nur verdorrte Früchte hervorbringt. Da dieser Baum ohne gute Frucht bleiben wird und kaum noch Leben in sich trägt, haut der Gärtner ihn um und reißt seine Wurzeln aus dem Boden. Er bearbeitet den guten Boden und pflanzt einen jungen Feigenbaum, spricht seinen Segen über ihn und lässt ihn wachsen. Er wächst und gedeiht unter seiner Obhut und zur Zeit der Ernte trägt er reiche Frucht.

Bedenke, meine Freundin, der junge Baum kann nicht neben dem alten verwachsenen Baum gedeihen. Der alte nutzlose Baum mit seinen verdorrten Früchten hätte dem jungen Baum die Kraft aus dem Boden und das Licht des Himmels genommen. Beides kann also nicht nebeneinander bestehen bleiben. Weder der alte Baum haut sich selbst ab, noch der junge Baum pflanzt sich, auch der Boden bearbeitet nicht sich selbst ... Viele vergessen, dass dies die Aufgabe des Gärtners ist, der den Garten Gottes bearbeitet.

Der Herr hat Seinen Segen über dich ausgesprochen und Seine Mutter zu den Menschen gesandt. Bete und rufe nur! Schaue auf unseren Herrn, nicht auf jene verdorrten Früchte des verwachsenen Baumes. Bedenke, der Herr hat auch diesen Baum gepflegt bis zur Zeit der Ernte. Doch was ohne Frucht bleibt, verwirft Er, damit der gesegnete junge Baum nicht daran gehindert wird, reiche Frucht zu tragen.“

 Wie wichtig ist die Liturgie für die Kirche?
Was bedeutet Liturgie?

Aus einem KATH.NET-Exklusiv-Interview mit dem
Liturgieexperten P. Michael Lang am 12. Juli 2007

Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet die Liturgie als den „Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“ (Sacrosanctum Concilium, 10). In der Regel des hl. Benedikt heißt es, dass „dem Gottesdienst nichts vorzuziehen“ sei. Die Feier der Liturgie ist ein wesentlicher Vollzug des kirchlichen Lebens, und das nicht allein deshalb, weil es in erster Linie die Sonntagsmesse ist, in der die meisten Katholiken – und nicht nur diese – die Kirche „erleben“, wenn man das so sagen kann.

Der Grund dafür, dass dem Gottesdienst eine solche Bedeutung zukommt, ist in der Liturgiekonstitution des Konzils treffend benannt worden: „In der Liturgie, besonders im heiligen Opfer der Eucharistie, ‚vollzieht sich das Werk unserer Erlösung‘, und so trägt sie in höchstem Maße dazu bei, dass das Leben der Gläubigen Ausdruck und Offenbarung des Mysteriums Christi und des eigentlichen Wesens der wahren Kirche wird“ (Sacrosanctum Concilium, Art. 2).

Mit dem Wort, dass sich in der Feier der Eucharistie „das Werk unserer Erlösung vollzieht“ (opus nostrae redemptionis exercetur) nimmt der Konzilstext Bezug auf eines der prägnanten Gebete des Römischen Ritus, das schon vom hl. Thomas von Aquin in seiner Behandlung des Messopfers herangezogen wurde. Damit stellen sich die Konzilsväter bewusst in die Kontinuität der kirchlichen Überlieferung.

In dieser dicht formulierten Passage aus Sacrosanctum Concilium wird auch festgehalten, dass die Liturgie in einem inneren Verhältnis zur Wahrheit des Glaubens steht. Aus dem fünften Jahrhundert stammt ein Wort, das oft in der vereinfachten Form „Lex orandi, lex credendi“ zitiert wird: in dem „Gesetz des Betens“ drückt sich das „Gesetz des Glaubens“ aus. Auf diesen Zusammenhang von Liturgie und Glaube der Kirche verweist auch der Heilige Vater in seinem Motu Proprio Summorum Pontificum.

In seinem Buch Der Geist der Liturgie aus dem Jahr 2000, übrigens der einzigen Monographie, die er als Präfekt der Glaubenskongregation verfasste, schreibt Papst Benedikt eindrücklich von der Bedeutung der rechten Weise, Gott zu verehren. Es geht hier um eine Form des öffentlichen Kultes, die Gottes Wesen und Wirklichkeit gemäß ist.

Die Liturgie ist eine Einübung darin, über unsere menschliche Schwäche und Begrenztheit hinaus dem Herrn, der uns die Gnade seiner realen Gegenwart im Sakrament des Altars schenkt, entgegenzugehen. Der Gottesdienst soll uns auf eine Art und Weise, die über die bloßen Worte hinausreicht, zu der Einsicht führen, dass unsere Sehnsucht nach dem Wahren, Schönen und Guten ihre Erfüllung in der alles übersteigenden Wirklichkeit Gottes findet.

„Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit“ (Heb 13,8), und daher muss die liturgische Feier vor allem anderen bezogen sein auf den Herrn, der von sich selbst sagte, dass Er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14,6). Dies gilt besonders für die hl. Messe, in der des Geheimnisses von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung nicht nur gedacht (gleichsam als Erinnerung an die zentralen Glaubenswahrheiten), sondern es in seiner ganzen Herrlichkeit gegenwärtig gesetzt wird zum Segen und Heil für die Gläubigen.