Informationsblatt der Blauen Gebetsoase

in Sievernich 

Oktober 2004

Das Sakrament der Buße – die Beichte

„Wenn wir sagen, dass wir keine Sünden haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Bekennen wir unsere Sünden, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden erlasse und uns rein mache von allem Unrecht." (1. Joh 1.8f.) Am Abend des Auferstehungstages hat Jesus den Aposteln und ihren Nachfolgern im Priestertum die Vollmacht übergeben, in seinem Namen das Gericht der Gnade über die Sünder zu halten: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch... Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden nachlasst, denen sind sie nachgelassen; und denen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." (Joh 20,21-23)

Dieses Richteramt, das der Herr ihr anvertraut hat, kann die Kirche nur ausüben, wenn der Sünder im Bußgericht sich selbst anklagt und seine Sünden dem Beichtvater aufrichtig bekennt. Das demütige Bekenntnis aller schweren Sünden nach reuevoller Abkehr vom Bösen und entschlossener Umkehr zu Gott ist der von Christus selbst angeordnete Weg der Sündenvergebung.

Die Reue

Die wichtigste Voraussetzung für den Empfang der Beichte ist die Reue. Ohne sie kann keine Sünde nachgelassen werden. Sie besteht in der inneren Abkehr von der Sünde, in der Zuwendung zu Gott und im Vorsatz, die Sünde künftig zu meiden.

• Die Liebesreue heißt auch vollkommene Reue, weil sie die höchste Form der Reue ist. Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Liebe und aus der Scham darüber, diese Liebe verletzt zu haben. In ihr ist die Kraft, jede Schuld augenblicklich zu tilgen. Mit der vollkommenen Reue ist stets das Verlangen nach der heiligen Beichte verbunden. Es ist daher nicht möglich, eine Liebesreue zu erwecken, um nicht beichten zu müssen! Eine vollkommene Reue soll man vor allem in Todesgefahr erwecken.

• Die Furchtreue heißt auch unvollkommene Reue. Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Gerechtigkeit, denn jede Sünde verdient von Gott eine gerechte Strafe. Unvollkommen heißt sie, weil sie alleine nicht genügt, um die Sünden zu tilgen. Sie kann aber nützlich sein, um sich von der Sünde abzuwenden und eine wahre Umkehr vorzubereiten. Zum Empfang der heiligen Beichte ist sie hinreichend.

• Eine dritte Form heißt eitle Reue oder knechtische Reue. Sie hat keinen Wert und nützt auch nichts für die Beichte, denn die Sünde ist einem nur deshalb peinlich, weil man sich vor den Menschen schämt. An die Liebe Gottes und seine Gerechtigkeit aber denkt man nicht und man will sich auch nicht bessern.

Der Vorsatz

Man unterscheidet zwei Arten von Vorsätzen:

• Zu jeder echten Reue gehört notwendig der allgemeine Vorsatz. Er besteht im ernsthaften Willen, (1) die Sünde nicht mehr zu tun, (2) die nächste Gelegenheit besonders zur schweren Sünde entschieden zu meiden und etwaige ungeordnete Lebensumstände zu ändern, und (3) falls ein Schaden entstanden ist, diesen nach Möglichkeit wieder gutzumachen.

• Der besondere Vorsatz ist spezieller und ergänzt den allgemeinen Vorsatz. Er dient besonders dem Wachstum im geistlichen Leben und in der Nachfolge Christi. Wer Unkraut jätet, wird nicht nur die Köpfe abreißen, sondern dem Unkraut an die Wurzeln gehen. Der besondere Vorsatz besteht darin, dass man gezielt die wichtigsten persönlichen Fehler ins Visier nimmt und sie durch Wachsamkeit und Tugendübung überwindet.

Vorbereitung auf die Beichte

Zur Vorbereitung auf eine gute Beichte gehören sechs Dinge:

(1) Beten Man betet zum Heiligen Geist, damit er hilft zu einer heilsamen Selbsterkenntnis und zu einer guten Beichte.

(2) Besinnen       Man liest aufmerksam den Beichtspiegel und denkt darüber nach, welche Sünden man begangen hat. Auch für Erwachsene kann es hilfreich sein, einen Beichtzettel zu schreiben.

(3) Bereuen        Man erweckt Reue über die begangenen Sünden.

(4) Bessern        Man überlegt sich einen guten und konkreten Vorsatz.

(5) Bekennen     Man sagt in der heiligen Beichte aufrichtig die Sünden und achtet gut auf den Zuspruch des Beichtvaters.

(6) Büßen  Man verrichtet die vom Priester auferlegte Buße und hält wenigstens eine kurze persönliche Danksagung.

Ratschläge zur guten Beichte

  Sei voll Vertrauen und schäme dich nicht!

Denke daran, dass Jesus selbst es ist, der in der Beichte deine Sünden tilgt. Vor ihm ist nichts verborgen und vor ihm kann nichts verborgen sein. Der Priester ist nur sein Werkzeug. Er ist strikte an das Beichtgeheimnis gebunden und wird von dem, was er hört, keinerlei Gebrauch machen. Der hl. Johannes Chrysostomos sagt einmal: „Der Teufel ist es, der uns vor der Beichte mit Furcht und Scham erfüllt. Wenn wir sündigen, nimmt er uns die Furcht; wenn wir aber bekennen sollen, dann gibt er uns die Furcht zurück und macht uns verlegen."

  Beichte aufrichtig und vollständig!

Zur Gültigkeit der Beichte gehört das vollständige Bekenntnis aller erkannten schweren Sünden nach Art und Zahl. Bei den schweren Sünden musst du alle wichtigen Umstände sagen und so gut du kannst auch die Häufigkeit, damit der Beichtvater die Sünden klar erkennen und dich davon lossprechen kann.

Eine schwere Sünde begeht, wer mit Wissen und Willen ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache übertritt. Im Zweifelsfall darfst du den Beichtvater auch darüber fragen.

Wer eine schwere Sünde aus falscher Scham verschweigt oder absichtlich so undeutlich sagt, dass der Beichtvater sie nicht verstehen kann, beichtet ungültig und lädt eine schwere Last auf seine Seele.

Der heilige Bonaventura empfiehlt: „Beichte an erster Stelle jene Sünde, die dich am meisten beschämt, Auf diese Weise wird dir das Bekenntnis der übrigen Sünden leicht sein; denn ist der Feldherr geschlagen, so wird das ganze Heer leicht zersprengt."

Wenn man ohne Schuld eine schwere Sünde vergessen hat, ist die Beichte trotzdem gültig. Man muss aber die vergessene Sünde in der nächsten Beichte sagen.

Obwohl das Bekenntnis der lässlichen Sünden nicht verpflichtend ist, ist es doch sehr nützlich und wird von der Kirche nachdrücklich empfohlen. Kleine Wunden kann man zwar selber heilen, aber manchmal ist es doch gut, auch sie dem Arzt zu zeigen.

„Das regelmäßige Bekenntnis unserer lässlichen Sünden ist für uns eine Hilfe, unser Gewissen zu bilden, gegen unsere bösen Neigungen anzukämpfen, uns von Christus heilen zu lassen und im geistigen Leben zu wachsen." (KKK 1458)

  Beichte gründlich und persönlich!

Die Beichte wird dir in dem Maße fruchtbar werden, wie du dich der göttlichen Gnade öffnest und mit ihr mitwirkst. Wer oberflächlich und schablonenhaft beichtet, erzielt nur spärlichen Gewinn. Um gut zu beichten, musst du dich ernsthaft bemühen, deinen Fehlern an die Wurzel zu gehen und in der Tugend zu wachsen. Bei der Erforschung deines Gewissens wirst du nicht nur auf die äußeren Sachverhalte schauen, sondern auch deine inneren Gesinnungen prüfen. Dabei wirst du besonders deinen persönlichen Hauptfehler im Auge behalten und auf die gewissenhafte Erfüllung deiner Standespflichten achten.

  Beichte öfter und regelmäßig!

Aus der regelmäßigen Beichte kommt ein mächtiger Antrieb zum Guten. Wer regelmäßig (z. B. monatlich) beichtet, wird nicht bloß das Vergangene immer wieder in Ordnung bringen, sondern auch das Künftige besser machen. Er schärft sein Gewissen und bleibt bewahrt vor dem Abgleiten in Gleichgültigkeit und Lauheit.

„So leuchte euer Licht vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater preisen, der im Himmel ist." (Mt 5,16

Gewissenserforschung

In der Gewissenserforschung überprüfen wir - sorgfältig, aber ohne Ängstlichkeit - vor Gott uns selbst und unser Leben. Der Beichtspiegel dient dabei als Gedächtnisstütze und ist ein Hilfsmittel zur Gewissensbildung. Es wäre aber ein Missverständnis, wollte man in ihm ein umfassendes Verzeichnis der persönlichen Pflichten eines Christen in der Welt erblicken.

 

Dieser Text wurde dem Beichtspiegel von Pater Ramm FFSP entnommen.

Beichtspiegel, Praktische Beichthilfe für Erwachsene

Dieses Heft kann kostenlos bezogen werden. Spenden zur Deckung der Material- und Versandkosten werden dankbar entgegengenommen.

Bestelladresse: P. Martin Ramm FSSP, Ludretikonerstr. 3, CH-8800 Thalwil, 0041/1/7723933, p.ramm@fssp.ch, oder Schriftenapostolat, Berzdorfer Str. 14 A, 50997 Köln

 

Pater Pio und die Beichte

Ein Mann war mit der Bitte, seine Tochter zu heilen, zu P. Pio gekommen. Dieser schaut ihn an: "Du bist ja viel mehr krank als Deine Tochter: Ich sehe, daß Du tot bist!" Der Mann stammelt: "Aber nein, es geht mir gut." "Du unglücklicher", antwortet der Pater, "wie kann es Dir mit so viel Sünden auf dem Gewissen gut gehen? Mindestens 32 sehe ich!“ Nach der Beichte bezeugte der Mann: "Er wußte alles, hat mir alles gesagt."

 

Sievernich, 06.09.2004 (letzte Botschaft)

„Liebe Kinder: Betet, betet, betet! Betet und tut Gutes! Denn was nutzt das Wort, wenn das Werk nichts taugt. Betet für eure Familien und besonders für jene, die ihr böse nennt. Umso mehr brauchen sie euer Gebet! Bedenkt, dass vieles geschehen muss und euer Gebet wichtig ist. Heute bin ich gekommen, um die Gnaden meines Sohnes Jesus zu verteilen.“

„Jemand von euch ist noch nicht auf den Namen meines geliebten Sohnes Jesus getauft. Zu dir spreche ich, öffne meinem Sohn die Tür.

Ich komme zu euch, um euch den Frieden meines geliebten Sohnes Jesus zu schenken. Ich wünsche von euch, dass ihr an euren Nächsten diesen Frieden verschenkt.“

 

Adoremus

Anbetung Lobpreis Dank Wechselgebete Lieder

Dieses Gebet- und Liederbuch wird in Zukunft neben dem Blauen Gebetsheft in Sievernich verwendet.

 

Bestelladresse:

Aktion Adoremus, Joachim Pache, Von-Harff-Str. 34, 47839 Krefeld-Hüls, Tel.: 02151/730592; Fax: 02151/734991
Einzelpreis 7,50 €, ab 5 Expl. 6,60 €, ab 10 Expl 5,70 € jeweils zzgl. Porto. Sie können Adoremus auch über die Blaue Gebetsoase oder im Buchhandel beziehen (ISBN 3-9231140-54-1) 302 Seiten mit Imprimatur.