Informationsblatt der Blauen Gebetsoase Sievernich
November 2006
Predigt von Pastor Aumüller
am 2. Oktober 2006 in Sievernich
Gestern haben viele
Gemeinden das Erntedankfest begangen. Auch Papst Benedikt hat vor 2 Wochen bei
seiner Predigt im Freisinger Dom, seiner Weihekirche, das Thema Ernte
aufgegriffen. Jedoch hat er den Blick nicht primär auf die Ernte der Felder und
Fluren gerichtet, sondern vielmehr auf die Ernte bzw. Missernte, die wir als
Christen, als Bischöfe, Priester und Ordensmenschen in unserem Leben einholen.
In diesem Zusammenhang sprach der Heilige sehr persönliche Worte zu den
Anwesenden:
Er sagte: „Der Priester sind weniger geworden. (...) Aber die Lasten sind
schwerer geworden, zwei, drei, vier Pfarreien zusammen zu betreuen und dies mit
all den neuen Aufgaben, die hinzugekommen sind, das kann entmutigend sein. Und
die Frage wird an mich immer wieder gestellt, stellt sich jeder Einzelne und
stellt sie seinen Mitbrüdern, wie sollen wir denn das machen?
Ist das nicht ein Beruf, der uns ausbrennt, in dem wir am Ende eben keine Freude
mehr haben können, weil wir sehen, dass es rundherum nicht reicht, was wir auch
tun mögen, dass es uns überfordert. (...)
Aber dieser Eifer, damit er nicht leer wird und uns zerstört, muss sich mit der
Demut, der Bescheidung, der Annahme unserer Grenzen verbinden. So vieles müsste
getan werden, und ich sehe, ich kann es nicht. Das gilt für die Pfarrer, ich
ahne wenigstens, wie sehr, es gilt auch für den Papst, er sollte soviel tun, und
meine Kräfte reichen einfach nicht dafür aus.“
Es hat mich sehr angerührt, unseren Papst so freimütig und demütig predigen zu
hören! Wie recht er doch hat!
Unsere Kräfte reichen nicht aus, so sehr wir uns auch bemühen. Wohin wir auch
schauen, niemals können wir sagen, wir haben genügend getan. So sehr wir auch an
unsere persönlichen Grenzen gehen, immer wieder müssen wir uns sagen lassen:
„Früher war alles schöner und besser.“ Ja mehr noch: Je mehr wir uns
verausgaben, desto schlägt uns Desinteresse, Gleichgültigkeit und Ablehnung
entgegen. Es gibt nicht wenige im Priester- und Ordensstand, die sich ernstlich
fragen, warum sie sich weiterhin so verzehren und verheizen sollen, wenn das
Ergebnis der Ernte so kläglich bzw. immer kläglicher ausfällt.
Der gestrige Sonntag hat den Gedenktag einer Heiligen verdrängt, die uns einen
Hinweis geben kann, wie sehr Gott als der Herr der Ernte mit anderen Maßstäben
misst: die kleine Teresia von Lisieux. Wer das Leben dieser kleinen großen
Heiligen betrachtet, kann nur staunen darüber, wie anders die Uhren im Heilsplan
Gottes ticken. Wir definieren uns auch und zunehmend mehr in Kirche über das
Leistungsprinzip. Wir fragen: Was haben erreicht, sind unsere Programme und
Konzepte aufgegangen, wie viele Menschen waren letzten Sonntag in der Kirche
usw. Wenn wir auf diesem leistungsdenkenden Horizont fragen, was die heilige
Teresia im eigentlichen Sinne geleistet hat, muss man sagen: Nichts. Jedenfalls
nichts, was unsere heutige Leistungsgesellschaft als Ertrag, Erfolg und Gewinn
bezeichnen und gelten lassen würde. Diese Ordensfrau wuchs in einem
wohlbehüteten Elternhaus auf. Sie hat weder Not, Armut noch Krisen in ihrem
Leben vor dem Ordenseintritt kennen gelernt. Von der Welt hat sie faktisch
nichts gesehen. Ihre Heimatstadt und das Kloster waren ihre ganze Welt.
Und doch gilt diese junge Heilige als eine der ganz Großen unter den Begnadeten
Gottes.
Wie kommt das?
Die Antwort lässt sich so zusammenfassen: In ihrer ganzen Armut hat sie ihr
kleines Leben als Brandopfer Gott dargeboten. Sie hat sich in mystischer Weise
aufgeopfert für die vielen, die Gott schmähen, beleidigen und verleugnen. Sie
hat in ihrer mystischen Vereinigung mit ihrem Bräutigam Jesus Christus
freiwillig Leiden auf sich genommen, ja, förmlich darum gebettelt, um Sühne zu
leisten für die himmelschreienden Sünden der Welt.
Können wir solch ein – christlich gesehen – heroisches Leben als „erfolgreich“
oder „gewinnbringend“ bezeichnen? Hat solch ein Leben auch eine „Ernte“
vorzuweisen, die Gott gefällt und sie zu einer Heiligen macht? Hat dieses
„Brandopfer der Liebe“ gar für uns eine Vorbildfunktion?
Ja!
Teresia wusste in der ganzen Tiefe ihrer Existenz um ihre Armut vor Gott. Sie
hatte verstanden, dass sie Gott nichts anbieten konnte, was er nicht schon
längst besitzt. Und doch: Teresia hat Christus mit Liebe bestürmt und
überschüttet, je mehr sie an seinem Kreuzweg teilhaben durfte. Sie war derart
voll der Liebe zu ihrem Bräutigam, dass ihr kein Opfer, kein Leiden, keine
Demütigung zu groß war. Was dieses junge Menschenkind hinter ihren Klostermauern
aus Liebe zu Gott und den Menschen als Martyrerin erlitten hat, können wir uns
nicht ausmalen. Umso erstaunlicher ist es, dass ihre Mitschwestern in Lisieux
sie als stets heiter und fröhlich erlebt haben. Keiner hat bemerkt, welch
heroische Sühneseele sich hinter der Fassade der kindlich anmutenden Ordensfrau
verbarg.
Teresia, diese Heilige, die wir gestern aufgrund des Sonntags nicht gebührend
feiern und ehren konnten, hätte uns sicherlich einiges zum Ernte bzw. Missernte,
Erfolg und Niederlage, Armut und Liebe zu sagen.
Sie, die in all ihrer Armut und Leiden den Himmel bis zum Lebensende bestürmt
hat, scheint mir eine herausragende Ratgeberin zu sein, wenn wir mit unseren
Kräften am Ende sind. In ihren letzten Lebensmonaten hat sie die äußerste
Gottesferne erlebt. Gott hatte es zugelassen, dass sie die mystische „dunkle
Nacht der Sinne“ erleiden musste, um so in die vollendete Solidarität mit allen
Ungläubigen und Gottesleugnern zutreten. Teresia hat erfahren und erleiden
müssen, was es heißt, Gott nicht mehr zu spüren, nicht mehr zu finden.
Ja, Teresia, du kleine große Heilige. Wie sehr hat man dich zu Lebzeiten
verkannt! Keiner deiner Mitschwestern hat deine Ernte erkannt. Doch Gott hat es
gefügt, dass uns durch deine Briefe und deine selbst verfasste Lebensgeschichte
dein ganzer Reichtum, deine volle Ernte geoffenbart worden ist. Dein kurzes
Leben, dass bereits mit 24 Jahren ein so schmerzliches Ende nahm, ist uns zum
Samen der Erkenntnis geworden, dass unsere Ernte auf Erden erst im Himmel
gewogen und belohnt wird. Du hast dich in deinem grenzenlosen Gottvertrauen in
die Arme Gottes gestürzt, weil du keinen Zweifel hattest, dass Gott ein
liebendes Herz niemals verstoßen wird.
So brauchen auch wir an unserer eigenen Armut nicht zu verzweifeln. Gott weiß
darum, wie arm und hilflos wir in Wirklichkeit sind. Deshalb kann unser Tun und
Mühen nur Frucht und Ernte erbringen, wenn wir nicht vergessen, dass wir ohne
Gottes Vorsehung und Sorge nichts Gescheites im Leben vollbringen können.
So möchte ich zum Schluss noch einmal unseren heiligen Vater Papst Benedikt XVI.
zu Wort kommen lassen, der in Freising mit Blick auf die Nöte und Sorgen der
vielen Priester- und Ordensleute sagte:
„So muss ich lernen, das zu tun, was ich kann, und das andere Gott und den
Mitarbeitern zu überlassen, und zu sagen, am Ende musst es ja Du machen, denn
die Kirche ist Deine Kirche, und Du gibst mir nur soviel Kraft, wie ich eben
habe, die sei Dir geschenkt, denn sie kommt von Dir. Aber das andere muss ich
auch Dir überlassen.“
AMEN!
Über die heutige Kirchenkrise
Martin Roth
Die Gottesmutter sprach am
06.11.2000 in Sievernich: „Ihr, meine Kinder, werdet meine Kirche nur noch
schwinden sehen, jedoch die jüngere Generation, die des Gebetes bedarf, wird die
Kirche erneuern.“
Unser Heiliger Vater hat als Kardinal in seiner Sorge um die Kirche sich die
Frage gestellt, wo die Ursachen der inneren Zersetzung, des Niedergangs der
Kirche liegen. Er kommt zu folgendem Schluss: „Wo Liturgie nur selbstgemacht
ist, da eben schenkt sie uns nicht mehr, was ihre eigentliche Gabe sein sollte:
die Begegnung mit dem Mysterium. (...) Ich bin überzeugt, dass die
Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie
beruht". (Joseph Kardinal Ratzinger [Benedikt XVI.], Aus meinem Leben,
Stuttgart 1998, S. 174)
Was meint der Papst mit „Begegnung mit dem Mysterium“? Will er sagen, dass
wir aufgrund des Zerfalls der Liturgie heute kaum Zugang zum Mysterium der
Heiligen Messe finden und dass dieser Umstand ein wesentlicher Grund für den
massenhaften Glaubensabfall ist?
Die Heilige Messe hat Mahl- und Opfercharakter. In früheren Zeiten stand
der Opfercharakter der Heiligen Messe im Vordergrund, heute der Mahlcharakter.
Der Opfercharakter betont das Mystische, das Geheimnisvolle in der Liturgie.
In jeder Heiligen Messe wird das Kreuzesopfer auf unblutige Weise gegenwärtig.
Dies ist das Mysterium der Heiligen Messe.
Die Kirchen leeren sich zusehends. Manch ein Priester ist daher in seiner Not
bemüht, die Heilige Messe interessant zu gestalten. Eventmessen, Familienmessen,
Karnevalsmessen, usw. sollen die Gläubigen anziehen. Aber auch das
Sich-an-den-Händen-Halten beim Vater Unser oder der Austausch des Friedensgrußes
soll das Miteinander fördern. Ziel ist es, dass sich die Menschen im
Gottesdienst wohl fühlen, dass sie Gemeinschaft erleben und so zu Gott finden.
Aber je mehr die Liturgie „vermenschlicht“ wird, desto mehr geht ihr Mysterium
verloren. Erschwert diese Betonung der Gemeinschaft, also letztlich diese
Hervorhebung des Mahlcharakters der Heiligen Messe nicht den Zugang zum
eigentlichen Mysterium, zu Gott selber? Besteht nicht die Gefahr, dass „sich die
Gemeinde selber feiert“, wie Kardinal Ratzingers einmal schrieb, dass sie sich
aber kaum auf Gott hin ausrichtet? Muss den Gläubigen nicht der Opfercharakter
der Heilige Messe wieder bewusster werden, damit sie zu einer tieferen
Verbindung mit Christus finden und ihr Glaube wachsen kann?
Papst Johannes Paul II. schreibt in seiner Eucharistie-Enzyklika: „Bisweilen
wird ein stark verkürzendes Verständnis des eucharistischen Mysteriums sichtbar.
Es wird seines Opfercharakters beraubt und in einer Weise vollzogen, als ob es
den Sinn und den Wert einer brüderlichen Mahlgemeinschaft nicht übersteigen
würde." „Kraft ihrer innigen Beziehung mit dem Opfer von Golgota ist die
Eucharistie Opfer im eigentlichen Sinn, und nicht nur in einem allgemeinen Sinn,
als ob es sich um eine bloße Hingabe Christi als geistliche Speise an die
Gläubigen handelte."
Am 9. September 2003 sagte Papst Benedikt XVI. als Kardinal in einem Interview
auf EWTN: „Im allgemeinen, würde ich sagen, ist die Liturgiereform nicht
angemessen umgesetzt worden. Sie war eine allgemeine Idee. Jetzt ist die
Liturgie eine Sache der Gemeinschaft geworden. Die Gemeinde stellt sich selbst
dar. Und das tun auch die Priester beziehungsweise die Gruppen. Sie gestalten
ihre eigene Liturgie. Es handelt sich mehr um die Gegenwart der eigenen
Erfahrungen und Ideen als um die Begegnung mit der Gegenwart des Herrn in der
Kirche. Und mit dieser Kreativität
und Selbstdarstellung der
jeweiligen Gemeinschaft verschwindet das Wesen der Liturgie.
Denn im Wesen der Liturgie geht es darum, dass wir unsere eigenen Erfahrungen
übersteigen, um zu empfangen, was nicht aus unserer Erfahrung stammt, sondern
ein Geschenk Gottes ist. Daher müssen wir meines Erachtens nicht so sehr
bestimmte Zeremonien wieder einführen, als vielmehr die grundlegende Idee der
Liturgie wieder beleben - damit wir verstehen, dass wir in der Liturgie nicht
uns selbst darstellen, sondern die Gnade der Gegenwart des Herrn empfangen in
Gemeinschaft mit der Kirche des Himmels und der Erde. Die Universalität der
Liturgie gehört meines Erachtens wesentlich zur Definition der Liturgie dazu und
stellt diesen Grundgedanken der Liturgie wieder her. Es würde auch helfen, die
Normen besser zu befolgen, nicht im Sinne eines Rechtspositivismus, sondern
damit wir wirklich das teilen und an dem teilhaben, was uns vom Herrn in der
Kirche geschenkt worden ist.“
Gebet zur Himmelskönigin
O Königin, wer ist dir gleich?
Dein Schemel ist das Sternenreich;
Den Schöpfer aller Welten groß
Hast du genährt im Mutterschoß.
Was Eva uns verlor in Sünd'
Gibst du zurück in deinem Kind:
Du ziehst des Himmels Riegel fort.
Dein Kind ist Gott, das Ewig Wort.
Du bist das Tor zum höchsten Herrn,
Der Saal des Lichts, der neue Stern;
Ihr Völker, preist die Königin,
Die himmlische Versöhnerin.
Gelobt seist du, Herr Jesus Christ,
Geboren aus der Jungfrau bist,
Gelobt zugleich in Ewigkeit
Die heiligste Dreifaltigkeit. Amen.
Schwanengesang des heiligen Antonius von Padua (+ 1231) vor seinem Scheiden aus dieser Welt.
Hl. Johannes vom Kreuz:
Willst du alles genießen, dann suche in
nichts den Genuß.
Willst du alles besitzen, dann nenne nichts dein eigen.
Willst du groß werden, dann suche, nichts zu sein.
Willst du alles wissen, dann suche, in nichts etwas zu wissen.
Willst du zu dem kommen, wonach du dich sehnst, dann geh dorthin, wo du keinen
Genuss findest.
Willst du erfahren, was du nicht weißt, dann geh dorthin, wo du unwissend bist.
Willst du erlangen, was du nicht besitzt, dann geh dorthin, wo dir alles fehlt.
Willst du werden, was du nicht bist, dann geh dorthin, wo du nichts bist. (S
1,13,11)
Positive Entwicklung in Sievernich
Zweimal rief die Gottesmutter zum Bau eines
Brunnens auf:
Am 04.07.2005: „Gehe an die Stelle, an der ich dir die Geheimnisse schenkte.
(Anmerkung: Die Geheimnisse - die drei Schlüssel - wurden Frau Strack am
07.10.2002 hinter dem Pfarrhaus anvertraut.) Dort errichte einen Brunnen.
Tief in der Erde wirst du Wasser finden, was den Leidenden Linderung schenkt.
Ich wünsche, dass alle Nationen mich an diesem Ort besuchen. Nicht zu meiner
Ehre, mein Sohn Jesus soll hier angebetet werden!“
Am 01.08.2005: „Sage deinem Seelenführer, dass mein Wunsch die Errichtung des
Immaculata-Brunnens ist!“
Immer wieder wurde im Informationsblatt von Sievernich zum Gebet aufgerufen,
dass sich der Wille des Himmels für Sievernich gegen alle Widerstände endlich
durchsetzen möge. Nun können wir dem Himmel danken, dass unser Gebet erhört
wurde. Endlich ist der Brunnenbau in greifbare Nähe gerückt. Wenn nicht erneut
Probleme auftauchen, wird noch in diesem Jahr der Mietvertrag für das Pfarrhaus
abgeschlossen sein. Dieser Mietvertrag ist die Voraussetzung für die Errichtung
des Brunnens. Bitte beten Sie weiter, dass alle Forderungen des Himmels in
Sievernich verwirklicht werden.
Aufgrund dieser positiven Entwicklung rufen wir heute erneut dazu auf, für den
Brunnen und das Geistliche Zentrum großzügig zu spenden.
Spendenkonto für das Geistliche Zentrum:
Förderverein Sievernich • Pax-Bank Köln •
BLZ 37060193
• Konto-Nr. 31853010
Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.
Für Überweisungen aus dem Ausland:
BIC = GENODED1PAX; IBAN = DE20 3706 0193 0031 8530 10
Wenn Sie regelmäßig spenden wollen, richten Sie bitte bei Ihrer Bank einen
Dauerauftrag ein.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es nicht immer reicht, wenn auf den
Überweisungen die Anschrift aufgeführt wird. Häufig fehlen auf den Kontoauszügen
Straße und Ort. Bitte fordern Sie daher beim Förderverein die Spendenquittung
schriftlich an. Sie können sich diesbezüglich auch an die Blaue Gebetsoase
wenden. Ihr Brief wird dann an den Förderverein weitergeleitet.
Die nächsten Gebetstreffen in Sievernich:
Montag, 6. November und 4. Dezember 2006