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Presse / Berichte

Interview des Ortspfarrer mit dem Pur-Magazin November 2002

Fatima Ruft Nr. 179, Dez 4/2002
Artikel der WZ (Wuppertaler Zeitung) Montag, 10. Feb. 2003
: Die Magie der Madonna


 

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PUR: In der Presse war sehr Unterschiedliches über die Vorkommnisse in Sievernich zu lesen. Gibt es eine eklatante Falschmeldung, die Sie hier mal richtig stellen wollen?

 

Pfr. Kleemann: Es gibt mehrere eklatante Fehlmeldungen. Eine davon ist die Behauptung, dass der Bischof hier irgendetwas verbieten wollte. Ganz im Gegenteil: Ich habe dem Bischof in aller Deutlichkeit gesagt, wenn er meint, dass wir das hier nicht mehr machen sollten, würde ich es nicht mehr machen. Wenn er sich mit den Leuten unterhalten, sich eine Meinung bilden, darüber beten und mir mitteilen würde, es nicht mehr zu machen, dann würde ich darin die Stimme Gottes sehen. Aber es ist nichts vom Bischof verboten worden. Das muss man hier in aller Deutlichkeit sagen. Es ist auch nicht verboten worden, dass sich die Gebetsgruppe trifft. Gar nichts ist also an dieser Meldung dran. Was mich auch ärgert, ist die Darstellung in den Medien, hier würden irgendwelche Heilungserwartungen geweckt. Ich habe noch nie bei irgendjemanden irgendwelche Erwartungen erweckt, etwa: Wenn du nach Sievernich kommst, wirst du geheilt. Es wäre ja furchtbar, so etwas zu machen. Aber ich sage immer wieder, dass für den, der an Jesus glaubt und der sich Jesus öffnet, es durchaus möglich ist, dass Jesus einen heilen kann. Und das Heilungsgebet ist ja ein intensiv fürbittendes Gebet um Heilung. Wenn man ins Neue Testament schaut, kann man doch kurz zusammenfassen, was hat Jesus gemacht. Er hat drei Dinge gemacht: Er hat gelehrt, er hat geheilt, er hat Dämonen ausgetrieben. Und genau diesen Auftrag hat er auch an seine Apostel weitergegeben.

 

PUR: Gibt es Menschen, die sagen, sie seien hier geheilt worden?

 

Pfr. Kleemann: Ich werde oft angerufen, oder mir wird von Menschen gesagt, dass sie hier nicht nur Linderung in ihren Leiden und Schmerzen hatten, sondern auch Heilung erfahren haben. Aber meine Aufgabe ist es nicht, dies nachzuprüfen. Ich kann das auch gar nicht. Ich sage nur jedem: Wenn Sie geheilt worden sind, danken Sie dem Herrgott und stellen Sie ihr Leben danach ein, so wie es Jesus den Geheilten auch gesagt hat - und wenn Sie es wollen, sagen Sie es weiter. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich bin über jeden froh, der Heilung erfährt. Ich halte das auch für keine Sensation, ich halte es für durchaus möglich, dass Jesus uns heilt.

Aber für mich finden die noch viel größeren Wunder der Heilung in der heiligen Beichte statt. Da wo Menschen wirklich befreit werden von ihrer Schuld und zu einem Neuanfang finden. Gerade viele junge Menschen, die ja aus der Spaßgesellschaft kommen und gemerkt haben, das kann es ja wohl doch nicht sein, das kann nicht Heilung und Heil bringen, versuchen hier durch die Beichte gestärkt, neu zu beginnen. Ich glaube, das sind die großen Wunder, die wirklich hier geschehen.

 

PUR: Ihr Verhalten ist nicht unbedingt typisch. In der Regel reagieren doch Ortspfarrer entsetzt, wenn jemand angibt, Erscheinungen zu haben.

 

Pfr. Kleemann: Zunächst einmal sehe ich es so, dass hier viele Menschen hinkommen - unabhängig davon was Manuela an Gaben hat oder nicht hat. Und ich versuche diesen Menschen, die hier her kommen, als Priester zur Verfügung zu stehen und für den priesterlichen Dienst, den Dienst der Kirche zu sorgen. Das ist meine erste Aufgabe in dieser ganzen Angelegenheit. Zweitens denke ich, dass wir alle wieder ein Stückchen offen sein sollten. Ich merke ja auch, dass die Menschen sich wirklich wieder danach sehnen, wieder eine Liturgie zu feiern, die wirklich eine Liturgie der Kirche ist, die wirklich eine Liturgie ist, die nicht nur aus Worten besteht - eine Liturgie nach den Richtlinien und den Riten. Wenn Sie hier an der Messe oder am Heilungsgebet teilnehmen, da hören Sie eine Stecknadel fallen. Ich höre von so vielen - auch jungen Menschen - positive Rückmeldungen; bis hin zu Reportern von Presse und Fernsehen, die zum Teil, nachdem sie hier ihre Dienste getan haben, privat weiter hier her kommen, um über ihre persönlichen Dinge zu sprechen. Es ist doch ganz wichtig, dass wir gerade in den schweren Umbrüchen und Krisen, die wir heute durchmachen - und vielleicht macht ja auch die Kirche eine ihrer größten Krisen durch - immer wieder diese kleinen Zeichen setzen und kleine Zellen sind, die in der Treue zu Christus und der Kirche ihren Weg gehen. Wenn wir den Weg wiederfinden, der in dem einen lateinischen Satz zusammengefasst ist "cum Petro per Maria ad Jesum" also mit Petrus, mit dem Papst durch Maria zu Jesus, und diesen in der Kirche wieder in Deutlichkeit leben würden, dann wäre, so glaube ich, eine Krise in der Kirche auch wieder zum Guten zu wenden.

 

PUR: Wie offen sind sie persönlich gegenüber Marienerscheinungen? Glauben Sie, dass die Muttergottes erschienen ist, etwa in Lourdes oder Fatima und dass sie immer wieder erscheinen kann?

 

Pfr. Kleemann: Da bin ich ganz offen. Das heißt aber nicht, dass ich sage, das hier in Sievernich ist echt. Das kann ich nicht sagen. Aber ich bin ganz offen und halte es durchaus für möglich, dass sich der Himmel auch heute immer wieder mal offenbart und offenbaren wird. Aber man muss alles kritisch prüfen, man muss mit Vorsicht an die Dinge herangehen. Ich würde niemals behaupten, hier in Sievernich ist eine echte Erscheinung. Ich kann nur sagen: Die Manuela ist glaubwürdig, sie ist in keinster Weise fragwürdig. Sie hat hohe Fähigkeiten, das habe ich selbst schon wiederholt erfahren dürfen - und jetzt warten wir mal ab. Aber dass der Himmel sich auch heute offenbart, das halte ich durchaus für möglich. Und was die großen Offenbarungen von Fatima und Lourdes angeht, das sind für mich keine Fragen, das ist selbstverständlich.

 

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