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Der Bote, November 2016


Das Jahr der Barmherzigkeit und warum es nie aufhören sollte …


Liebe Beterinnen und Beter, reichlich wurden wir von Papst Franziskus mit dem Jahr der Barmherzigkeit beschenkt. Dieses kalendarische Jahr der Barmherzigkeit geht dem Ende entgegen. Die irdischen Pforten der Barmherzigkeit werden nun bald geschlossen. Schade! Ich würde für eine Verlängerung plädieren, weil die Barmherzigkeit für uns so wichtig ist. Die Pforte zu Jesus, unserem barmherzigen Heiland hingegen, bleibt indes für uns alle offen! Wer sich an seine Barmherzigkeit hilfesuchend wendet „Jesus, habe Erbarmen mit mir!“ findet einen Weg zu ihm. Dies ist der Schlüssel für uns. Das Böse kennt keine Liebe und recht erst kein Erbarmen. Die Liebe und Barmherzigkeit ist der Weg Jesu zu den Menschen und der Weg der Menschen zu ihm. Seine Barmherzigkeit und Freundschaft zu uns geht wie ein roter Faden angefangen von den Jüngern Jesu, die ihn begleiten durften über die heilige Teresa von Avila, Schwester Faustina bis hin zu uns heute ins Jahr der Barmherzigkeit. Die Liebe und Barmherzigkeit ist die Handschrift Jesu. Ist ein Gleichnis der Barmherzigkeit von Jesus denn out? Könnte es so heute nicht geschehen? Nehmen wir das Gleichnis des barmherzigen Samariter.
Nach einem langen und schönen Ausritt kamen wir aus dem Wald an den Rand unseres Dorfes geritten. Auf dem Feldweg hinter uns ging eine Gruppe lärmender Kinder, die uns dann, ehrlich gesagt, auch auf die Nerven gingen. Aus der Entfernung sahen wir rechts am Wegesrand etwas liegen, dass wie ein Mensch aussah. Wir kamen näher und dort lag wirklich ein Mensch. Eine Gruppe Fahrradfahrer im Rentenalter erreichten zuerst den Mann, sahen ihn dort liegen, fuhren aber an ihm vorbei, ohne ihm zu helfen. Wir hielten unsere Pferde an und stiegen ab. Die Kinder eilten herbei und fragten, wie sie helfen könnten. Leider hatten wir kein Handy dabei. Die Kinder jedoch hatten ein Handy dabei und riefen auf unser Anraten einen Rettungswagen. Die Leitstelle sprach dann anschließend sicherheitshalber noch mit uns Erwachsenen und wir warteten bis der Rettungswagen eintraf. Hier waren die Kinder wirklich barmherzige Samariter. Auch ohne uns wären sie nicht vorbeigegangen ohne Hilfe zu leisten. Die, von denen wir es erwartet hätten, die reifen Erwachsenen, fuhren vorbei. Die Kinder waren hilfsbereit. „Wenn Ihr nicht werdet, wie die Kinder…“ Dies ist ein Gleichnis aus der heutigen Zeit. Jesu Wort gilt damals wie heute. Es ist zeitlos.
Im November gedenken wir besonders im Gebet den verstorbenen Familienangehörigen und anderen verstorbenen Lieben, denen wir im Leben begegnet sind. Auch den armen Seelen wollen wir im Gebet gedenken und ihren Blick auf Gott richten. Oft bin ich schon in Sievernich Betern begegnet, die sich sehnlichst wünschten, dies und jenes solle jetzt schnell eintreffen, Ereignisse auf die sie sehnlichst warteten, Jesus solle als gerechter Richter kommen. Da musste ich erst mal ausatmen, aber ganz tief. In meinem Gericht, welches ich vorweg sehen durfte, konnte ich vor Gott in seiner Gerechtigkeit nicht bestehen. Alleine durch Gottes Barmherzigkeit, sein Erbarmen, wurde mir geholfen und Jesus stellte mir einen Engel an meine Seite. Ich möchte Ihnen keine Angst machen. Wenn auch wir Erbarmen haben mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt und nicht selbstgerecht sind und ständig urteilen, wenn wir so versuchen zu leben ohne Perfektionismus und ohne fanatisch zu sein, dann gelingt es uns. Ich hoffe auf Gottes langen Atem der Barmherzigkeit, damit noch viele Menschen seinen Blick auf ihn richten. Nicht verurteilt oder gerichtet zu werden, dafür aber von Gott gesehen und geliebt. Schaut auf den barmherzigen Herrn und geht in die Stille! Ich bin keine Theologin und schreibe einfach aus meinen gemachten Erfahrungen. Entschuldigt, wenn es nicht gelungen ist. Ich wünsche Euch zum Abschluss aus dem Lied des Gotteslobes des Bistums Aachen Nr. 813,3: „…sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: Du bist schon tot.“

Gottes reichen Segen
Manuela


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